Wissenswertes

Die Ernährung des Hundes

Wie füttere ich ältere Hunde richtig?

Hunde-Impfpraxis heute noch zeitgemäß?

Brustgeschirr oder Halsband?

Sprühhalsband? Nein Danke! Köpfchen statt Knöpfchen!!!

Tipps zur Trainersuche

Der Hund im Winter

Hilfe für den Hund am Silvestertag

Wildtierunfälle! TASSO rät was zu beachten ist?

Alle Jahre wieder: Zecken beim Hund

Designer-Dogs

Hitzschlag im Frühsommer

Die Sinnesorgane der Hunde

Zweithund JA oder NEIN?

Augen auf beim Welpenkauf

Hautentzündungen

Die Reiseapotheke für den Hund

Kastration: Ja oder nein?

 

 

Die Ernährung des Hundes

Oft gestellt wird die Frage: „Welches Futter ist zu empfehlen?“ Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil eine Unmenge an Sorten in den Markt geworfen wird und das in allen Varianten für junge, alte, sportliche, unsportliche, große, kleine und was auch immer für Hunde. Eine Vielzahl an Hunden, die heutzutage den Tierärzten vorgestellt werden, leiden unter Verdauungsstörungen oder Allergien. Man nennt heute schon Zahlen von mehr als 50%. Aber unsere Hunde leiden oft nicht nur unter Futterunverträglichkeiten wie Blähungen, Aufstoßen, Erbrechen und Durchfall sondern auch unter chronischen Haut-, Gewichts-, Zahnproblemen oder auch Gelenkerkrankungen. Verhaltensstörungen durch falsche Ernährung werden statistisch gar nicht berücksichtigt. Leider sind auch viele Tierärzte hier nicht auf dem Laufenden: Die wenigsten von Ihnen wissen etwas über die Zusammenhänge vorstehender Beschwerden, von schwerer Erziehbarkeit oder von mangelnder Stubenreinheit. Darum stoßen Sie oft bei den Haustierärzten nicht auf Begeisterung, wenn Sie diese auf die Futterproblematik ansprechen. Oft wird Ihnen entsprechendes teures Diät- oder Spezialfutter verkauft, welches zwar im Moment hilft aber eben nicht auf Dauer.
Schauen wir uns aber zunächst mal die Hersteller an: Viele der kommerziell hergestellten Fertigfutter wurden nicht etwa auf die Bedürfnisse der Hunde hin entwickelt, sondern es war das Ziel, die Reste der menschlichen Nahrungsmittelindustrie gewinnbringend zu verwerten.
90% der nachfolgend genannten Firmen beherrschen den europäischen Markt für Hundefutter:
Nestle: Matzinger, Bonzo, Friskies; Colgate-Palmolive: Hill's; Procter & Gamble: Iams, Eukanuba; Heinz: Recipe; Mars: Waltham & Effem mit den Marken Schappi, Pedigree Pal, Frolic, Advance. Daneben haben Ralston Purina (ProPlan, Purina, Latz) und Royal Canin eine gewisse Bedeutung. Kleine, aber gute Hersteller (Marengo oder Lunderland) bewegen sich bei einem Marktanteil von ca. 1,2%.
Schauen Sie auf die Etiketten diverser Futtermittelverpackungen dann stoßen Sie oft auf viele natürliche synthetische Stoffe. Diese sind so natürlich wie eine Plastiktüte. Laut europäischen Futtermittelgesetzen dürfen z.B. - Kadaver von Pelztieren - Hufe - Federn - Hörner - Wolle unter dem Begriff Nebenprodukte beigemischt werden. Weiterhin kann man als minderwertige Eiweißquellen - Fruchtblasen - Blut - Därme (BSE) - Klärschlamm - Mägen - Knochen (BSE!) - Gehirn (BSE!) in unseren Hundefuttermitteln wiederfinden. In minderwertigen Futtermitteln finden wir auch Schlachtabfälle wie - Drüsensekrete - Hormone (auch aus Fruchtblasen) - Urin (der Salzgeschmack verhilft zu größerer Akzeptanz und ein deklarierungspflichtiger Zusatz von Salz kann entfallen). Eine weitere unerfreuliche Tatsache ist, dass bereits 1985 die Universität von Minnesota eine Studie in Auftrag gab, bei der festgestellt wurde, dass in Hundefutter Reste von Pentobarbital nachzuweisen sind. Damit steht fest, dass sich in Fertigfutter eingeschläferte Hunde und Katzen befinden können. Der Horrorspruch Dog eats Dog ist also keine Panikmache, sondern Realität.
Worauf sollte man also achten? Ein relativ einfaches Mittel bezüglich Futterqualität ist der Kot des Hundes. Fordert die Beschreibung auf der Futterpackung Sie auf, große Einzelportionen zu füttern, dann können Sie getrost davon ausgehen, dass die Basis in diesem Fabrikat minderwertig ist. Riesige Knödelberge weisen untrüglich darauf hin, dass sich in diesem Futter viel unverdaulicher Ballast befindet. Die Kotmenge sollte nicht mehr als 25% der aufgenommenen Futtermenge betragen.
Auf die Sparte Zusatzstoffe ist besonders zu achten, denn alles was man bei den natürlichen Inhaltsstoffen nicht mehr zur Verfügung hatte, wird hier an dieser Stelle künstlich nachträglich zugefügt. Befinden sich hier also die Vitamingehalte, handelt es sich nicht um Vitamine, die in ihrer ursprünglichen Form vorliegen, sondern um synthetisch hergestellte Vitamine mit all ihren Nachteilen und aus der überaus unnatürlichen und unappetitlichen Herstellung. Der Organismus des Hundes steht diesen synthetischen Mittel hilflos gegenüber. Er muss die Menge nehmen, kann nicht auf natürliche Art ausscheiden was zu viel ist, d. h. diese Stoffe legen sich in der Leber oder der Niere ab. Allergische und organische Krankheiten sind die Folge. Besonders schlimm ist es, wenn sich hier eine Zerebralallergie bildet (Allergie, die im Gehirn wirksam wird).
Hier finden wir auch die Konservierungsstoffe und Antioxidantien. Welche Nachteile diese Stoffe auslösen können, wurde schon vorstehend beschrieben. Auch hier kann der Verbraucher in eine regelrechte „Deklarationsfalle“ laufen. Auf vielen Futtermitteln ist groß die Aufschrift: „Frei von künstlichen Konservierungsstoffen“ zu lesen. Der Hundebesitzer freut sich und ist der Überzeugung seinem Hund etwas „Urgesundes“ zu bieten. Schaut er sich jedoch die Deklaration weiter sorgfältig an findet er irgendwo klein in die Ecke geschrieben: „Antioxidans: EG Zusatzstoffe“ Und das bedeutet, das wir auf die alten, ungesunden Stoffe BHA, BHT, Propylgallate und Ethoxyquin treffen, evtl. auch versteckt hinter ihren E-Nummern.
Welche Mengenangabe sind nach neuesten Erkenntnissen empfehlenswert?
Proteingehalt: Bewährt haben sich Gehalte von 24 - 28% bei Hunden die sich im Wachstum befinden, 20 - 25% bei erwachsenen Hunden und 23-27% bei tragenden und säugenden Hündinnen. (Angaben hier nach EU-Recht = Mindestangaben). Als Indikator für hochwertige Eiweißquellen werden in der Regel die Aminosäuren Lysin und Methionin angegeben. Dabei ist aber darauf zu achten, das diese Aminosäuren unter „Inhaltsstoffe“ angegeben werden und NICHT unter "Zusatzstoffe".
Rohfett (10 - 14 %): Der Gesamtfettgehalt sagt allerdings nicht viel über die Qualität der Fette aus (Angaben hier nach EU-Recht = Mindestangaben)
Rohasche: Sollte nicht über 5% liegen (Angabe hier Höchstgehalt)
Rohfaser: In gutem Hundefutter sollte ein rein natürlicher Rohfasergehalt in Lebensmittelqualität enthalten sein. Es sind alle unverdaulichen, pflanzlichen Rohfasern (pflanzliche Zellwand). Calcium: Sollte nicht über 0,9% liegen. Ein angemessenes Calcium-Phosphor-Verhältnis liegt bei 1,2 - 1,4 :1.
Die Tücken der Sparte Zusatzstoffe sind schon vorstehend beschrieben. Vorsicht bei hohem Sojaanteil, dieser kann eine äußerst schädigende Wirkung auf den Organismus haben. Im Zweifelsfall ist es immer sinnvoll, sich an den Hersteller zu wenden und gezielt nach den Inhaltsstoffen zu fragen. Bekommt man nur zögernd oder gar keine Antwort, dann kann die Antwort nur „Finger weg von diesem Hersteller“ heißen. Firmen wie Marengo geben auf der Internetseite oder auf welchem Weg auch immer gerne und genau Auskunft.

Empfehlenswerte Futtersorten:
Trockenfutter:
Marengo, Lunderland, Allegro, Timberwolf, Pet Nature.
Nassfutter:
Kale, Boos, Ceaning, Hermanns, Lunderland, Marengo.

Selbstzubereitete Mahlzeiten
(BARFEN = Biologisch artgerecht roh füttern)
Spricht man von selbstzubereiteten Mahlzeiten, kann man drei Wege unterscheiden:
- Das Aufwerten eines eiweißarmen Ergänzungsfuttermittel mit Fleisch
- Das Verfüttern komplett selbstzubereiteter Mahlzeiten in gekochtem Zustand
- Das Verfüttern komplett selbstzubereiteter Mahlzeiten in rohem Zustand
Das BARFEN, also das selbst Zubereiten der Mahlzeiten, ist auf dem Vormarsch. Hier jetzt im Detail auf alles einzugehen ist fast unmöglich. Sich umfangreich zu informieren bzw. eine gute Beratung ist unerlässlich.
Dennoch nachfolgend einige Informationen: Bei der Zusammenstellung der selbstzubereiteten Mahlzeiten kommt es weniger darauf an, den täglichen Nährstoffbedarf ganz genau zu treffen, denn durch eine abwechslungsreiche Gestaltung erhält der Organismus auf lange Sicht gesehen alle benötigten Nährstoffe. Kurzfristige Mängel oder Überangebote werden so ausgeglichen.
Beispiel einer Rationsgestaltung für einen adulten Hund im Erhaltungsstoffwechsel
Eiweißreiche Futtermittel (z.B. Fleisch) 30 - 45 %, Getreideprodukte (z.B. Nudeln, Reis, Haferflocken) 45 - 55 %,
Rohfaserreiche Ergänzungen (z.B. Weizenkleie, Gemüse) 5 %, Pflanzenöl (z.B. Distelöl, Rapsöl, Borretschöl 5 %.
Als Faustregel für die Futtermenge werden bei der Frischfütterung 2 % - 4% des Körpergewichtes Futter pro Tag = 600g für einen 30 kg Hund angegeben (Frischesubstanz). Die Mahlzeiten bestehen aus Fleisch, leicht angedünstetem Obst oder Gemüse (nach dünsten noch pürieren), Reis, Nudeln, oder Flocken. Zu jeder Mahlzeit gibt man 1-2 Teelöffel kaltgepresstes Öl (im Wechsel verschiedene Sorten). Mehrmals wöchentlich etwas Bierhefe, einen Teelöffel Honig, ab und zu etwas Joghurt und Quark. Fleisch allein ist natürlich keine ausgewogene Ernährung. Herz, Muskelfleisch, Kopffleisch zählen z.B. zu Fleischsorten mit hohem Proteingehalt. Rohes Schweinefleisch sollte auf keinen Fall verfüttert werden, da es den Erreger der Aujezkischen Krankheit enthalten kann. Eine minderwertige Qualität des Fleisches sollte ausgeschlossen werden. Bei Geflügelprodukten ist besonders auf die Herkunft zu achten, da diese oft mit Antibiotika vollgepumpt sind. Bei der Zusammenstellung der Fleischrationen sollten keine verschiedenen Fleischsorten in einer Mahlzeit enthalten sein. Dies mindert die Verdaulichkeit und führt zu Problemen, die sich auf Stoffwechsel und Magen- Darmtrakt auswirken. Da Fleisch über kein ausgewogenes Calcium/Phosphorverhältnis verfügt, ist es ratsam rohe Knochen zu verfüttern. Auf keinen Fall sollten gekochte Knochen verfüttert werden, da diese porös werden und dann splittern. Scheut man sich Knochen zu verfüttern, kann man als Calciumspender auch Kehlkopf/Gurgel verfüttern, da diese zu großen Teilen aus Knorpel besteht. Es ist möglich einen Teil des Fleisches durch ein Ei oder Fisch, Milchprodukte oder pflanzliche Eiweißquellen zu ersetzen. Für die Calciumversorgung 2-3 mal wöchentlich ein Stück Putenhals, knorpelige Kalbsrippe, Kehlkopf, gemörste Eierschalen oder Knochenmehl untermischen. 1x die Woche sollte eine Prise Meer oder Jodsalz zugefügt werden.
Ob man Fleisch und Gemüse/Getreide zusammen in einer Mahlzeit verfüttert, wird z.Zt. sehr kontrovers diskutiert. Viele Hundebesitzer befürworten die getrennte Verfütterung. Aufgrund der unterschiedlichen Verweildauer im Darm könnte es zu Beschwerden wie z.B. Blähungen führen. Andere Hundebesitzer haben keine Unverträglichkeiten bei einer Gemischtfütterung feststellen können, im Gegenteil war es nicht möglich die Hunde dazu zu bringen, die reine Gemüsemahlzeit anzunehmen. In diesem Fall ist es möglich und auch unerlässlich, der Gemüsemahlzeit Hackfleisch oder auch Thunfisch zuzugeben, das Ganze zu pürrieren um den Hund dazu zu bewegen es zu fressen. Vitamine und Mineralstoffe müssen noch dazugegeben werden.
Fachlektüre und eine umfassende Beratung sind unerlässlich, aber es liest sich auch schlimmer als es in der Praxis aussieht. Sollten Sie sich für das BARFEN entscheiden, so tun Sie Ihrem Hund wirklich etwas Gutes.
Sorgen Sie aber unbedingt auch dafür, dass ihr Hund neben dem Frischfutter auch noch Trockenfutter nimmt. Bei plötzlich auftretenden Erkrankungen oder im Urlaub ist nicht immer Frischfutter zur Hand.
Greifen Sie auf Fertigfutter zurück, egal ob nass oder trocken, dann informieren Sie sich Ihrem Hund zuliebe was drin ist. Klar sagen möchte ich hier, das aufgrund des großen Spektrums, was das Thema Ernährung des Hundes hergibt, diese Ausführungen sicherlich nicht vollständig sein können. Informieren Sie sich - fragen Sie nach bei den Herstellern: Gibt man Ihnen dort eine schwammige oder gar keine Antwort, dann kann es nur heißen: Finger weg von diesem Futter! Gute Hersteller (und auch ich) sind gerne bereit, Ihnen umfangreich mit Rat und Tat zur Seite zur stehen. Sparen Sie nicht beim Futter! Die Tierarztrechnungen nach Allergie- oder anderen ernährungsbedingten Krankheiten können erheblich sein. Und zu guter Letzt: Ein ausgewogen mit einem sauberen und guten Futter versorgter Hund wird es Ihnen durch ein ausgeglichenes und zufriedenes Verhalten danken: Es geht ihm halt einfach gut ....
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Senioren-Fütterung
Wie füttere ich einen Hund, der in die Jahre kommt? Wann wird mein Hund zum Senior? Grundsätzlich sollte man nicht die Anzahl der Lebensjahre eines Hundes als wichtigstes Kriterium für die Einordnung als Senior nehmen. Als Senior sollte nur der Hund eingestuft werden, der eindeutige Symptome eines fortschreitenden Alterungsprozesses wie z. B. ein Nachlassen der Mobilität, verschlechterte Herz-Kreislauffunktionen, altersbedingte Bewegungsstörungen oder ähnliches zeigt. Dieser Zeitpunkt kann nicht allein von dem Alter des Hundes abhängig gemacht werden, sondern stellt sich individuell unterschiedlich ein. So gibt es gerade bei grossen Rassen nicht selten Hunde, die schon mit 5-6 Jahren 'alt werden' wohingegen andere Hunde noch mit 13-14 Jahren ohne auch nur die geringste Beeinträchtigung am Leben teilnehmen. Diese Tatsache bildet auch bei der Ernährung des älteren Hundes die Basis für die Wahl des geeigneten Futters.
Was verändert sich im Alter? Der normale Alterungsprozess, dem jedes Lebewesen nun einmal natürlicherweise unterliegt, führt primär zu eingeschränkten Stoffwechselfunktionen. Das bedeutet, dass die am Stoffwechsel beteiligten Organe wie insbesondere die Leber, die Verdauungsorgane, die Nieren etc. in ihrer Funktionstüchtigkeit nachlassen und neben allgemeinen 'Ermüdungserscheinungen' sich mehr oder weniger deutliche Alterssymptome einstellen, die den Hund zum Senior machen. Verbunden mit der eingeschränkten Stoffwechselfunktion ist eine Verminderung bzw. Verlangsamung der Aufnahmefähigkeit, des Transportes, der Verarbeitung und der Ausscheidung von Nährstoffen. Dadurch bedingt belasten minderwertige Futterkomponenten bzw. schwerverdauliches Futter den Organismus des älteren Hundes in einem weitaus höheren Masse als den eines erwachsenen Hundes mittleren Alters. Leider findet dieser Aspekt heute kaum noch Beachtung insbesondere wenn man sich die Zusammensetzung vieler herkömmlichern Senior Futtermittel sogenanntes Seniorfutter anschaut.
Der Eiweissirrtum Aufgrund der Tatsache, dass ein grosser Teil der älteren Hunde eine eingeschränkte Bewegungsaktivität zeigen, wird landläufig häufig irrtümlicherweise die Ansicht vertreten, dass mit zunehmendem Alter der Proteingehalt des Futters grundsätzlich sinken müsste. Dies kann so pauschal nicht festgelegt werden. Dadurch dass die Funktionstüchtigkeit der Stoffwechselorgane nachlässt, ist der ältere Hund unbedingt darauf angewiesen, hochwertige und bei Bedarf auch ein Mehr an Proteinen zur Verfügung gestellt zu bekommen, damit es nicht aufgrund der verminderten Resorptionsfähigkeit zu Mangel- bzw. Fehlversorgungen kommt. Grundsätzlich müssen hier genau wie bei Hunden mittleren Alters die individuelle Konstitution, die Futterverwertung, die Bewegungsaktivität und der allgemeine Gesundheitszustand die Kriterien zur Wahl für das geeignete Futter geben. Der Anteil an hochwertigen, essentiellen Aminosäuren wie Lysin und Methionin in der angebotenen Futterration muss durch eine hochwertige tierische Eiweissgrundlage gewährleistet sein. Nur so ist der ältere Hund in der Lage, die aufgenommenen Eiweisse auch zu verwerten.
(Anmerkung: Relativ häufig auftretende altersbedingte Nierenfunktionsstörungen sind Ursache für diesen Denkansatz. Sicherlich belasten zu hohe Rohproteingehalte (bei erwachsenen Hunden in der Regel über 25%) die Nierentätigkeit. Aber insbesondere wenn es sich hierbei um minderwertige, schwer verdauliche Eiweisse handelt z. B. aus tierischen und pflanzlichen Nebenerzeugnissen fallen übermässig viele nierenbelastende Eiweissstoffwechselabbauprodukte an. Dies ist bei einer hochwertigen Eiweissgrundlage mit einem angemessenen Rohproteingehalt (20-25%) nicht der Fall, da eine 'saubere' Verarbeitung relativ einfach möglich ist. Darüber hinaus wird leider nur zu leicht vergessen, dass die Nieren insbesondere durch einen zu hohen Rohaschegehalt (über 4%) resultierend aus hohen Mineralstoffgehalten und einem hohen Anteil an Knochen aus dem Fleischanteil überlastet werden.)
Besonders belastende fütterungsbedingte Faktoren Genau wie bei allen Hunden gehören zu den stark belastenden fütterungsabhängigen Faktoren minderwertige Futterkomponenten und synthetische Zusatzstoffe in Form von Konservierungsstoffen, Lock- und Aromastoffen, Antioxidantien, Geschmacksverstärker aber auch synthetische Vitamine und Spurenelemente. Darüber hinaus nimmt der Anteil an Mineralstoffen wie z. B. Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium etc. und schwerverdaulichen Komponenten eine besondere Stellung ein. Hohe Gehalte an Mineralstoffen und schwerverdaulichen Komponenten führen zu einem hohen Rohaschegehalt des Futters. So erzeugen sie neben einer unnötig schwierigen Verdauung eine hohe Menge an Stoffwechselabbauprodukten, die zum grössten Teil über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Die natürlicherweise bereits funktionsreduzierten Nieren des älteren Hundes werden durch eine zu hohe Menge dieser stoffwechselintensiven Stoffe schnell überlastet und können so zu verschiedensten Arten von Krankheitserscheinungen wie z. B. Blasen- und Nierensteine, Harngriess, Nierenfunktionsstörungen, Knochenstoffwechselerkrankungen etc. aber auch zur Belastung des Herzens (Altersödem usw.) führen. Aus diesem Grund ist es von grosser Wichtigkeit, dass der Gehalt an Mineralstoffen dem tatsächlichen Bedarf angemessen und auf schwerverdauliche Futterkomponenten in der Fütterung von älteren Hunden verzichtet wird.
Welche Lösung bietet das Marengo Konzept? Das Marengo Fütterungskonzept sieht keine pauschale Diät für ältere Hunde vor, um dem individuellen Bedarf jedes Hundes gerecht werden zu können. Wir empfehlen genauso wie bei allen anderen erwachsenen Hunden die Wahl des Futters vom tatsächlichen Bedarf und der individuellen Konstitution abhängig zu machen. Alle Marengo Futtersorten sind aufgrund ihrer Freiheit von jeglichen synthetischen Zusätzen, den hochwertigen Futterkomponenten und der hohen Verdaulichkeit insbesondere auch für ältere Hunde sehr gut geeignet. Zudem weisen alle Marengo Futtersorten aufgrund der hochwertigen Futterkomponenten und dem moderaten Gehalt an Mineralstoffen einen sehr geringen Rohaschegehalt auf. So werden dem Hund alle lebensnotwendigen Nährstoffe wie z. B. essentielle Aminosäuren und essentielle Fettsäuren in leicht aufzuschliessender und leicht zu verstoffwechselnder Form zur Verfügung gestellt. Dies ermöglicht eine optimale Versorgung des Hundes bei gleichzeitiger Stoffwechselentlastung.
Praktische Fütterungsvorschläge
Marengo Classic Für alle älteren Hunde, die eine verringerte Bewegungsaktivität bei gleichzeitig guter Futterverwertung zeigen, hat sich Marengo Classic bewährt. Auch Hunde, die schon immer als 'eiweissempfindlich' eingestuft worden sind, sollten Marengo Classic erhalten. Bei Hunden, die Probleme mit dem 'Gewichthalten' haben bzw. zu Übergewicht neigen, empfiehlt sich eine Kombinationsfütterung von Marengo Classic + Marengo Country Diese Kombination sollte auch bei Hunden eingesetzt werden, die bereits eine Nierendiät einhalten sollen.
Marengo Premium Ist der Hund im Alter entweder noch sehr aktiv und/oder schlank, neigt er zu einem nörgeligen Fressverhalten oder hat Allergieprobleme, sollte auf Marengo Premium zurückgegriffen werden. Marengo Country Rationen + Marengo Wolfshappen bzw. selbstgewählte Eiweissträger Eine weitere Alternative für alle älteren Hunde ist natürlich die Kombination von Marengo Country + Marengo Wolfshappen + Marengo Wellness-Bits bzw. selbstgewählte Eiweissträger wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte + Marengo Wellness-Bits, wobei der Gesamteiweissgehalt der Ration vom Besitzer selbst über die gefütterte Menge an Eiweissträgern einreguliert werden muss. Wichtig ist es bei der Fütterung mit selbstgewählten Eiweissträgern, ebenfalls auf eine hochwertige und leichtverdauliche Eiweissgrundlage zu achten.
Der besondere Tipp: Puppy Brei und/oder Ziegenmilch Sehr alte Hunde, die stark abgemagert sind und in der Regel auch nur noch wenig Appetit zeigen und / oder Zahnprobleme haben, können unter Umständen auch mit einer Kombination von Marengo Puppy Brei plus Reis gefüttert werden. In diesem Fall sollten Sie sich aber unbedingt individuell über das Mengenverhältnis der Futterkomponenten beraten lassen. Eine weitere diätetische Massnahme für solche Fälle, die sich bestens bewährt hat, ist die Zugabe von etwas Ziegenmilch zur normalen Ration. Die Marengo Ziegenmilch hat eine sehr aufbauende Wirkung, fördert den Appetit und stärkt durch ihren darmflorastabilisierende Effekt das Immunsystem.
Zusätzliche Prophylaxe durch Kräuter Grundsätzlich ist die Zugabe von Zusatzpräparaten bzw. Ergänzungsfuttermitteln bei der Verfütterung von Marengo Hundealleinfutter bei gesunden Hunden nicht notwendig, da der Hund mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen ausreichend versorgt ist. Es gibt aber viele Hundebesitzer, die prophylaktisch oder auch bei bestehenden gesundheitlichen Problemen ihres Hundes gerne unterstützend Zusatzpräparate füttern möchten. Hier sollte man ebenfalls bedenken, dass ein alter Hund durch stark vitaminisierte bzw. stark mit Mineralstoffen angereicherte Ergänzungsfuttermittel stoffwechselmässig schnell überlastet wird. Die natürliche Alternative von Marengo für den älteren Hund zu den synthetischen Präparaten stellen die Marengo Kräuter-Kekse dar. Bei Hunden mit altersbedingten Bewegungsstörungen finden häufig die Marengo Athro-Bits erfolgreiche Anwendung wohingegen bei Haut- und Fellproblemen die Marengo Wellness-Bits zum Einsatz kommen sollten. Das Marengo Fütterungskonzept bietet so mit den leckeren Kräuter-Keksen die Möglichkeit, gezielt für den jeweiligen Hund individuell ein Kräuterpräparat zu wählen, um den Hunden das Altwerden leicht und angenehm zu machen.

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Impfungen
Viele Halter lassen ihre Hunde regelmässig jedes Jahr „voll“ impfen. Damit folgen sie den Empfehlungen der Pharmahersteller und dem Rat vieler Tierärzte. Diese Impfpraxis wird allerdings zunehmend kritisiert. In den letzten Jahren wächst kontinuierlich die Zahl von Veterinären, die die häufigen Impfungen für schädlich, zumindest aber für unnötig halten. Aufgrund neuerer Erkenntnisse sind inzwischen an einigen US-Universitäts-Veterinärkliniken die bisherigen Impfpläne revidiert worden. Bei uns vorherrschend sind immer noch die großen Kombi-Produkte, z. B. Staupe-Parvo-Hepatitis-Parainfluenza-Lepta-Tollwut.
Wogegen wird geimpft?
STAUPE (Lebendimpfstoff, nicht als Einzel-Impfstoff verfügbar) Staupe wird vom Distempervirus (CDK) ausgelöst und ist eng verbunden mit dem Masernerreger. Die Übertragung erfolgt durch direktem Kontakt über infektiöse Sekrete der Atemwege. Symptome: Nasen-/Augenausfluss, Lungenentzündung, Erbrechen/Durchfall, Fieberschübe, Hyperkeratose (= Verhornung der Sohlenballen und des Nasenspiegels), meist sind lediglich die Atemwege betroffen, es kann sich jedoch eine Nervenstaupe bilden und hier kommt es dann zu Bewegungsstörungen, Krampfanfällen, Lähmungen, Muskelzittern, Überempfindlichkeiten gegen Berührungen. Der Impfstoff ist immer nur in Verbindung mit Parvo- oder Hepatitisimpfungen erhältlich. Impfrisiken: Kann selten Hirnhautentzündungen (meist tödlich) verursachen oder manchmal auch eine Autoimmunerkrankung des Blutes hervorrufen (Thrombo(zyto)penie = Blutungen innen oder aber auch aus der Nase) FAZIT: Hunde sind gut grundimmunisiert, jährliche Wiederholungen besitzen keine wissenschaftliche Basis. Auch 3-jährige Wiederholungen sind nicht begründet. Prof. Marian C. Horzinek von der Uni Utrecht spricht im Staupefall davon, dass eine Welpenimpfung lebenslang hält.
Parvovirose (Lebendimpfstoff, Impfstoff einzeln erhältlich) Infektion über den Verdauungstrakt und zwar durch den Kot mit Parvo erkrankter Hunde. Symptome: Erbrechen, wässeriger und blutiger Durchfall, Fieber. Bei Welpen kann sich eine meist tödliche Herzmuskel-Entzündung bilden. Eine Parvo-Infektion verleiht lebenslange Immunität. Impfrisiken: Kann wie viele andere Impfungen auch die körpereigene Abwehr schwächen und allergische Reaktionen bis hin zum Schock verursachen. FAZIT: Die Grundimmunisierung ist sinnvoll. Jährliche und dreijährige Nachimpfungen sind nicht begründet.
Hepatitis (Lebendimpfstoff, nicht als Einzel-Impfstoff am Markt) = ansteckende Leberentzündung, kommt in den westlichen Ländern kaum noch vor, Ansteckung über Nase und Maul. Früher wurde der Erregertyp CAV1 verabreicht. Der heutige Impfstoff CAV2 ist nah mit dem caninen Hepatitisvirus verwandt. Dieser ist wiederum auch als Zwingerhusten-Erreger bekannt. Somit wird eine Kreuzimmunität gebildete. Die CAV2-Impfung schützt also gegen beide Typen. Symptome: Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht, Schleimhaut-Blutungen, evtl. Trübung des Auges, seltene neurologische Störungen. Impfrisiken: Über besondere Nebenwirkungen ist bei den hierzulande verwendeten Impfstoffen nichts bekannt. FAZIT: Hunde sollte grundimmunisiert sein. Dadurch wird eine Ausbreitung der eingeschleppten Erreger verhindert.
Leptospirose („schmutziger“ Impfstoff, besteht aus ganzen abgetöteten Bakterien) Lepto-Bakterien können auch Menschen befallen, es gibt ca. 250 Arten, Übertragung durch infektiösen Urin in Wasser, Erde, Futter oder Bisswunden aber auch beim Deckakt. Überträger sind Nager, aber auch Rinder, Schweine, Pferde. Infektion über Schleimhaut oder Hautwunden. Symptome: Lethargie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen. Bei perakutem (extrem schnellem) Verlauf auch Fieber, Zittern, Muskelschwäche und Gefahr der Austrocknung. Nieren- und Leberschäden sind zu befürchten. Impfrisiken: Die Impfung ist umstritten: Zum einen erkranken Hunde zunehmend durch Lepto-Arten die durch Impfstoffe nicht abgedeckt werden und zum anderen gilt die Impfung als stark nebenwirkungsreich da sie aus abgetöteten Bakterien hergestellt werden (daher der Begriff schmutziger Impfstoff). Bei der Abtötung der Bakterien werden Bestandteile der Bakterienwand frei. Diese wirken sehr stark auf der Immunsystem, können Überreaktionen auslösen sowie Hirnschäden hervorrufen. Gleichzeitig kann die Impfwirkung von Staupe oder Parvo vermindert werden (Paul und Wolf 1999). Diese Art der Impfung ist beim Menschen nur noch ganz vereinzelt im Gebrauch. Interessant hierzu noch eine Studie der Münchener Uni-Kleintierklinik von 1990-2004 (Geisen et al., 2008): 42 erkrankte Hunde, 60% trotz regelmäßiger Impfung. Am Häufigsten wurden Servoviren gefunden, gegen die die Impfung nicht nützt. Dieses wiesen auch Studien der Tierärztlichen Hochschule Hannover, aus der Schweiz und aus den USA nach. FAZIT: Die Impfung gegen Lepto ist somit stark umstritten, zum einen weil der Impfstoff bei weitem nicht alle Bakterien abdeckt und zum anderen wird das Immunsystem stark belastet und entsprechend starke Nebenwirkungen können auftreten. Prof. Ronald Schultz impft seine Hunde nicht gegen Lepto (aus Haustiere impfen mit Verstand, S. 24).
Zwingerhusten Bei Hunden sind Erkältungskrankheiten nicht lebensbedrohlich. Die Impfung gegen Paraninfluenza und Bordetella soll die Symptome abschwächen. Ein Impfversagen gilt als relativ häufig. Bei Hunden in normaler Haltung sind diese Impfstoffe verzichtbar. Die Ausnahme zu dieser Aussage ist die Grundimmunisierung gegen Adenovirus 2, die zugleich auch vor Hepatitis schützt. Nach Prof. Schultz ist Zwingerhusten oder Canine Cold (Hunde-Erkältung) keine impfpräventable Erkrankung, also durch Impfung nicht zu verhüten). Eventuell können Impfungen hier helfen, Infektionen in großen Beständen zu managen.
Canines Herpesvirus Dieses kann Fehlgeburten, Totgeburten und Welpensterben verursachen. Übertragen wird Herpes über Maul, Nase und beim Deckakt. Infektionen bleiben lebenslang bestehen und treten z. B. nach Stress immer wieder durch Symptome wie Bläschen auf, bei den Hunden auch an Genitalien. Bei Hündinnen, die keine Herpes-Antikörper haben, kann eine Impfung vor der ersten Trächtigkeit sinnvoll sein.
Borreliose Wird durch Zecken übertragen. Die Borrelien werden erst nach ca. 24 h übertragen, also je schneller die Zecke entfernt wird, umso geringer das Risiko. Borrelien im Blut sind noch keine Krankheitsursache. Diese Antikörper haben auch viele gesunde Hunde. Sie gelten als infiziert aber nicht als erkrankt. Nach übereinstimmender Meinung vieler Fachleute werden Borrelien „hoffnungslos überdiagnostiziert“. Borrelios ist mit Antibiotika ( z. B. Doxyzyklin) gut behandelbar. Der Impfstoff ist selbst unter Tierärzten sehr umstritten. Der derzeitige Impfstoff schützt, wenn überhaupt, nur gegen Borrelia sensu stricto. Diese kommt in Deutschland aber am Seltesten vor, in manchen Gegenden gar nicht. Borrelia Afzelii und garnii aber viel häufiger. Der Impfnutzen ist somit sehr gering. Menschen sind für diese Krankheit viel empfänglicher. Dennoch gibt es weltweit keinen einzigen Humanimpfstoff gegen Borreliose ?!? Symptome: Borreliose macht sich beim Hund meist durch Hinken und Lahmen bemerkbar, dieses erst etwa zwei bis fünf Monate nach der Infektion. Laut des Vet-Med-Labors in Ludwigshafen treten beim Hund Fieber, Apathie, Appetitverlust, Lahmheiten, Gelenkschwellungen und Arthritiden (Gelenkentzündungen) auf. Impfrisiken: Da der Impfstoff hier auch ein „schmutziger“ ist überrascht es nicht, dass es viele Nebenwirkungen gibt: Allergische Reaktionen, athritis-ähnliche Beschwerden mit Lahmheit und Hinken bis hin zu schweren epileptischen Anfällen. Fazit: Von der Impfung gegen Borreliose ist abzuraten. Statt dessen sollte auf einen guten Zeckenschutz geachtet werden.
Babesiose (Hundemalaria) Babesien sind Protozen (Einzeller) die durch Zecken übertragen werden. Es gibt viele Arten und Unterarten. In Europa werden Hunde durch zwei Zeckenarten infiziert: Auwaldzecke (überträgt Babesia canis canis) und durch die Braune Hundezecke (überträgt Babesia canis vogeli). Symptome: Babesiose setzt mit plötzlichem hohen Fieber ein. Ferner treten ein schlechtes Allgemeinbefinden auf und bräunlich gefärbter Urin ist ein wichtiges Anzeichen. Die roten Blutkörperchen werden zerstört. Bleibt die Infektion jetzt unbehandelt, dann können Schock, Gelbsucht und Nierenversagen sogar zum Tode führen.Babesiose ist rechtzeitig erkannt gut behandelbar (z. B. mit Imidocarb (Handelsname: Carbesia). Hierzu gibt es auch ein allerdings kostenpflichtiges Forum: 09001-727274) oder unter parasitus.com. Impfrisiken: Nach wirkungsvollen Impfstoffen wird noch geforscht. Babesien sind mit der Malaria und der Toxosplasmose verwandt. Dagegen sind Impfstoffe nicht verfügbar. Einzellern als Erreger ist ohnehin schwer beizukommen. Daher ist in der Fachwelt eine gewisse Skepsis zu beobachten bezüglich der Wirksamkeit dieser Impfungen bei den Tieren. Ein Impfstoff namens Nobivac Piro ist zwar mittlerweile in ganz Europa zugelassen. Dieser Impfstoff verhindert aber nicht die Infektion, aber soll den Krankheitsverlauf deutlich mildern, vor allem die Anämie. Studien zur Wirksamkeit liegen derzeit bezüglich des klinischen Effektes noch nicht vor. Fazit: Babesiose ist zwar eine Erkrankung mit der man auch in Deutschland zunehmend rechnen muss, aber die Wirksamkeit des Schutzes der Impfstoffe ist leider fraglich. Die Vorbeugung sollte auf einen guten Zeckenschutz beruhen.
Tollwut (Hundemalaria) Tollwut ist eine hochgefährliche Infektionskrankheit, die für Mensch und Tier nahezu immer tödlich endet. Menschen werden dabei durch Tiere infiziert. Hauptüberträger der Tollwut war bei uns der Rotfuchs. Deutschland hat den Status tollwutfrei. Eine gesetzliche Impfpflicht gegen Tollwut hat nie bestanden. Dennoch war die Impfung stark anzuraten, weil Hunde selbst bei Tollwutverdacht sofort getötet wurden. Viele Tierhalter lassen ihre Hunde auch heute noch gegen Tollwut nachimpfen. Das ist wahrscheinlich vernünftig, denn ein geringes Restrisiko kann man nicht ausschließen. Dabei sollte man aber immer auf einen Impfstoff bestehen, der drei Jahre lang wirkt. Obwohl auch Tollwut in unseren Nachbarländer so gut wie nicht mehr vorhanden einzustufen ist, muss man hier, wie auch generell, immer die Impfschutz-Richtlinien der einzelnen Länder beachten. Bei Nichtbeachtung dieser Vorschriften reagieren mache Länder knallhart. Wie gesagt, nach der nationalen Tollwutverordnung müssen Hunde bei begründeten Tollwutverdacht eingeschläfert werden. Wird ein ungeimpfter Hund von einem Wildtier gebissen oder beißt warum auch immer eine Person, so kann ein Amtstierarzt hier schon einen Tollwutverdacht aussprechen (!). Das bedeutet entweder sechsmonatige Quarantäne oder Einschläferung. Fakt ist: Den Nachweis der Tollwut kann man nicht am lebenden Hund feststellen. Erst wenn Proben des Gehirns vorliegen kann Tollwut einwandfrei diagnostiziert werden. Symptome: Bei der Übertragung dringt das Virus mit dem Speichel von der Bisswunde des infiziertem Tieres oder einer Hautläsion in Lymphbahnen und in das zentrale Nervensystem ein. Dabei treten Kopfschmerzen, Krämpfe der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur mit Erstickungsgefühl, starker Speichelfluss bei quälendem Durst ohne schlucken zu können sowie eine Herzlähmung auf. Rasende und stille Wutattacken sind zu beobachten. Die Inkubationszeit beträgt meist Tage bis wenige Wochen. Impfrisiken: Berichtet werden allergische Reaktionen (Kopfschwellung, Atemnot, Puritus (Hauterkrankung = starker Juckreiz), Durchfall, Erbrechen, Schock). Auch lokale Schäden sind möglich: Haarverlust/-verfärbungen, Vaskulitis (immunbedingte Entzündung der Blutwandgefäße mit schweren Gewebeschäden) sowie Anämie. Manchmal sind auch Wesensveränderungen beim Hund ersichtlich (knurren, sind verstört, schnappen oder sind desorientiert). Dieses liegt daran, das der Impfstoff das Nervensystem angegriffen hat. Fazit: Die Tollwutimpfung ist heute nicht mehr zwingend nötig, weil Deutschland als tollwutfrei gilt. Aber die Tierhalter sollten das Restrisiko nicht außer acht lassen: Die Einschleppung durch infizierte Tiere aus dem Ausland oder durch wandernde Wildtiere (z. B. an der Grenze zu Polen). Wer für Auslandsreisen den Nachweis eines Mindesttiters braucht, der sollte den Welpen zweimal impfen lassen.
ZUSATZSTOFFE
Neben den Antigenen (= lebende oder abgetötete Erreger oder Teile davon) enthalten die Impfstoffe eine Reihe von weiteren Bestandteilen. Manche stammen aus der Heranzüchtung der Viren oder Bakterien, andere dienen der Konservierung oder sollen eine Verstärkung der Immunreaktion verursachen. Diese Stoffe sind nicht immer so harmlos wie die Hersteller behaupten.
• Thiomersal (hält Behälter keimfrei) ist eine organische Quecksilberverbindung (= 49,6% Ethylquecksilber). Dieses ist ein starkes Allergen und kann Hirn- oder Nervenschäden verursachen.
• Aluminiumhydroxid u. a. Aluminiumsalze, zur Verstärkung der Immunreaktion, Tierversuche bei Mäusen zeigten Symptome wie Ängstlichkeit, Gedächtnisstörungen und Allergieneigungen.
• Öladjuvantien (für Human-Impfstoffe nicht zugelassen) sind Hilfsstoffe, die die Wirkung von Arzneimitteln verstärken, im Herpesimpfstoff für Hündinnen dient Parrafin als Adjuvans, TÄ die sich versehentlich an der Spritze mit diesem Impfstoff verletzten, empfiehlt der Hersteller „sich sofort medizinisch versorgen zu lassen“, für unsere Hunde soll es dagegen nicht schädlich sein ...
• Saponine (werden aus dem Seifenbaum gewonnen), sollen immunstimulierende Wirkung haben, gelten aber auch als giftig (können im Babesiose-Impfstoff vorhanden sein)
• Formalin, Antibiotika (wird zur Abtötung von gezüchteten Krankheitserregern verwendet), können Unverträglichkeits-Reaktionen hervorrufen und gelten als Krebs auslösend, Antibiotika werden bei der Herstellung zugefügt, um die Verunreinigung mit Bakterien zu verhindern.
• Fremdproteine Erreger für Impfstoffe werden gezüchtet auf „Wirtsgewebe“, dieses können Hühnenembryone oder aber auch Zellkulturen der Zielspezies sein. Das Protein aus diesem Wirtsgewebe gelangt somit in die Impfstoffe und damit in den Organismus des Hundes. Oftmals wird auch Rinderalbumin (Serum von Kalbföten) verwendet (BSE-Gefahr), da es sich hier um ein Fremdprotein handelt sind allergische Reaktionen möglich, Rinderalbumin steht im Verdacht zur Bildung von Autoantikörpern zu führen, Rinderserum ist in Hunde-Impfstoffen oftmals mehr als ein Vielfaches vorhanden über dem was in der Humanmedizin für den Menschen vorhanden sein darf. Japanische Forscher haben bewiesen, dass Kälberprotein die Hauptursache für allergische Impfreaktionen ist (Forscherteam um Keitaro Ohmori).
Übersicht: Impfnebenwirkungen Aussagen über die Häufigkeit von Nebenwirkungen sind leider nicht zu bekommen. Dieses liegt daran, dass diese höchst selten an die zuständigen Behörde gemeldet werden. In Deutschland ist dieses das Paul-Ehrlich-Institut. In 2006 verzeichnete man dort sage und schreibe 109 Meldungen bei insgesamt 207 Hunden. Die Nebenwirkungsrate wäre hier ein Fall pro 15.000 Impfungen = 0,0069 %. Die Symptome nach Impfungen werden von den Tierärzten selbständig vor Ort therapiert und oft auch nicht mit den Impfungen in Verbindung gebracht. Ob bewusst oder unbewusst? Wer weiß? Fakt ist bei den Impfungen, dass Hunde mit einem Gewicht unter 10 kg doppelt so viele Nebenwirkungen haben, wie Hunde über 10 kg. Beim Dackel ist das Risiko dreimal höher als der Durchschnitt. Ferner haben Hunde unter zwei Jahren ebenfalls ein höheres Risiko. Am häufigsten gab es allergische Reaktionen wie Schleimhautschwellungen, Magen-/Darmstörungen oder Kreislaufzusammenbrüche bis hin zum drohenden Herzstillstand. Grund dafür sind die Antikörper gegen Bestandteile dieser Impfstoffe. Als Hauptauslöser gelten die Kälberproteine in den Spuren der Impfstoffe sowie Casein und Gelatine die als Stabilisatoren in den Impfstoffen Verwendung finden (siehe hierzu auch ZUSATZSTOFFE). Ermittelt wurde dieses von George Moore und Kollegen in der Moore-Studie (US-Tierklinikkette) im Jahre 2005. Einige Human- und Veterinärmediziner vertreten die These, dass Impfungen durchaus auch Allergien auslösen können: z. B. Rindfleischallergie durch die Kälberproteine. Als normale Nebenwirkungen gelten Fieber, Abgeschlagenheit oder Appetitverlust. Diese gehen nach ein/zwei Tage wieder zurück. Lokal kann auch eine Schwellung an der Impfstelle auftreten. Bei Totimpfstoffen können an der Einstichstelle Granulome oder Abszesse entstehen. Selten bei Hunden sind dagegen bösartige Sartome. Ein Knoten an der Impfstelle ist somit kein Grund zur Panik. Aber wenn dieser wächst statt sich zurückzubilden, dann sollte man den Hund umgehend untersuchen lassen. Man muss sich darüber bewusst sein, dass Impfungen das Immunsystem vorübergehend schwächen können. Sollten innerhalb ca. einer Woche nach der Impfungen Ohr-, Harnwegs- oder Darmentzündungen auftreten, so ist das in der Regel aufgrund der Impfungen. Ferner kann das Immunsystem nach Impfungen auch die eigenen roten Blutkörperchen angreifen und diese zerstören (autoimmunhämolytische Anämie). Neurologische Schäden sind bis dato so gut wie unerforscht. Dr. Jean Dodds nennt als mögliche Symptome: Krämpfe, epileptische Anfälle, Muskelschwund, Zittern, Koordinationsstörungen, Störungen der neuronalen Steuerung von Organfunktionen sowie allgemeine Schwäche. FAZIT: Schwere oder gar tödliche Impfnebenwirkungen sind nach den vorliegenden Daten selten. Allerdings werden diese wenig erforscht. Besonders betroffen sind kleine und junge Hunde und kleine Rassen. Je mehr Impfstoffe gleichzeitig gegeben werden, desto höher ist das Risiko. Also nicht mehr impfen wie unbedingt notwendig. Hunde die schon einmal eine schwere Nebenwirkung hatten, sollten nach Möglichkeit nicht mehr geimpft werden.
WELPEN
Welpen werden mehrmals hintereinander geimpft, weil sie eine zeitlang Antikörper der Mutter inne haben, welche den Impferfolg vereiteln könnten. Bei manchen Welpen klappt schon die erste Impfung nach 8 Wochen. Sonst klappt es bei der zweiten Impfung (12 o. 13 Wochen) oder bei der dritten Impfung (15 o. 16 Wochen) ziemlich sicher. Welpen sollten möglichst früh gegen Staupe und Parvo geschützt sein. Die einfachste Methode ist, die Welpen wie empfohlen ab der achten Woche zwei- oder dreimal im Abstand von drei oder vier Wochen impfen zu lassen (SP oder SHP).
Neue Grundimmunisierung nötig? Mitunter behaupten TÄ, ein Hund müsse ganz neu grundimmunisiert werden, weil die letzte Impfung zu weit zurück liege. Das ist nicht korrekt: Eine Impfung (SHP oder T) würde völlig ausreichen. Ist der Welpe richtig grundimmunisiert, dann sind SHP-Wiederholungen auch nach drei Jahren gar nicht nötig. Laut Ronald Schultz bewirkt eine einzige Impfung gegen SHP dauerhaften Schutz, wenn der Hund zum Zeitpunkt der Impfung mindestens 16 Wochen alt war. Dieses gilt nicht für Totimpfstoffe wie etwa Lepto. Wird ein Hund erst jenseits des Welpenalters gegen SHP geimpft, so reicht im Prinzip eine Impfung. Viele TÄ wollen zwei- oder gar dreimal Impfen. Das stimmt bei diesen Viruslebendimpfungen aber nicht. Anders hier wieder bei den Totimpfstoff gegen Lepto: Hier handelt es sich um einen bakteriellen Totimpfstoff und bedarf einer zweifachen Impfung. Langzeituntersuchungen zeigten, dass Antikörper gegen SHP bei älteren Hunden bis zu 15 Jahre lang bestehen bleiben. Prof. Dr. Ronald D. Schultz (Universität Wisconsin) einer der führenden amerikanischen Veterinär-Immunologen, Verfasser einer umfangreichen impfkritischen Arbeit, hat sich u. a. auch dazu geäussert, wie er es ganz persönlich mit dem Impfen seiner Tiere hält und welche Erfahrungen er in diesem Punkt gemacht hat: „Meine eigenen Haustiere werden als Welpen ein- oder zweimal geimpft und dann nie wieder, mit Ausnahme der Tollwutimpfung, die alle drei Jahre gegeben wird seit ein Drei-Jahres-Produkt erhältlich ist. Ich verfahre nach diesem Programm seit 1974, und es ist weder bei meinen Haustieren noch bei den Haustieren meiner Kinder und Enkel jemals eine Infektionskrankheit aufgetreten.“
Abkürzungen: S = Staupe P = Parovirose (Parvo) H = Hepatitis L = Leptospirose (Lepto) T = Tollwut TÄ = Tierärzte
Quellen und zu empfehlende Lektüre:
Haustiere impfen mit Verstand, Monika Peichl, ISBN 978-3-9811259-4-8
Hunde würden länger leben, wenn ..., Dr. med. vet. Jutta Ziegler, ISBN 978-3-8423-2460-2
Recherche Internet: www.gesundheit-und-impffreiheit.de - www.abc-tierschutz.de/impfungen-unnoetig.htm - www.wirsing.de - www.der-gruene-hund.de/impfungen/impfkritik/index.php
Der Eintrag bei Google „impfungen bei hunden nebenwirkungen“ bringt derzeit ca. 143.000 Einträge!
Infos über Einreisebedingungen erhält man unter: www.hundundunterwegs.de
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BRUSTGESCHIRR ODER HALSBAND?

Diese Frage dürfte man nach heutigen Erkenntnissen so nicht mehr stellen.
Es kann eigentlich nur heißen: Brustgeschirr statt Halsband!
Verhaltensbeobachtungen an Hunden, z. B. durch Anders Hallgreen, dem bekannten Psychologen und Hundetrainer aus Schweden, der in seinem Untersuchungsreport „Rückenprobleme beim Hund“ die Fakten auf den Punkt bringt, haben zu dem Ergebnis geführt, dass der Hals eine besondere Rolle im Sozialverhalten eines Hundes spielt. Legen wir unserem Hund ein normales Halsband an, befinden wir uns auf äußerst sensiblen Boden. Jeden Ruck bzw. Zug, der von der Leine auf den Hals übertragen wird, empfindet der Hund als sehr unangenehm. Nicht selten entsteht genau aus diesem Grund eine regelrechte Leinenagression. Unter Hunden wird das Greifen im Halsbereich dazu verwendet, sich ernst gemeinte Achtung zu verschaffen. Wir Menschen verwenden den Ruck am Hals leider oft als „Erziehungsmaßnahme“. Der Hund kann diese Maßnahme in ihrer Bedeutung nicht verstehen.
Der Hund reagiert auf den gegebenen Ruck mit „hundlicher“ Reaktion:
• er lernt, sich darüber hinwegzusetzen und zieht erst recht
• besonders bei Hundebegegnungen erlebt man oft eine weitere mögliche Reaktion
- der Hund wird aggressiv
• oder er ist so beeindruckt, dass er aus Angst vor der Einwirkung am Hals nicht mehr wagt,
nach vorne zu gehen.
Diese Impulse werden massiv über das Anlegen von sogenannten „Erziehungshalsbändern“ wie Würgern, Stachelhalsbändern und Elektroschock-Halsbändern etc. verstärkt.
Zum Glück gibt es Möglichkeiten, den Hals des Hundes zu schonen.
Mit Hilfe eines Brustgeschirres können wir beim ziehenden Hund zumindest die Einwirkungen über den Hals vermeiden. Wir können ihm damit soziale Missverständnisse ersparen. Wir laufen auch nicht Gefahr, gesundheitliche Beeinträchtigungen oder sogar Schädigungen am Hals, im Wirbelsäulenbereich oder gar bei der Schilddrüse, die durch das Würgen und Rucken am Hals entstehen können, zu verursachen. Das Brustgeschirr muss unbedingt dem Körper des Hundes angepasst sein und ein Brust- und Rückenstück aufweisen. Es sollte auf jeden Fall so ausgelegt sein, das der Hund nicht mit den Vorderpfoten reinsteigen muss. Ferner sollte das Brustgeschirr immer von der Seite her angelegt werden (optimale Geschirre gibt es von der Fa. Togehter, Vertrieb u. a. über animal learn).
Natürlich reicht auch ein gutes Brustgeschirr allein nicht aus, um dem Hund das entspannte Laufen an der Leine beizubringen, aber es schafft die so wichtige, stressfreie Grundsituation für den Hund um zu Lernen. Führungsutensilien wie Halsband und Leine werden leider immer wieder gerne benutzt, um die kommunikative Arbeit mit dem Hund zu umgehen und allein durch Rucken an diesen Hilfsmitteln den schnellen Weg zum Erfolg zu suchen.
Doch was ist Erfolg? Ein Hund, der auf Grund von Meideverhalten, Druck oder Angst gewünschtes Verhalten zeigt, oder ein Hund, der auf der Basis von gegenseitigem Verstehen, Vertrauen und Wohlgefühl zu seinem Menschen sicher und locker an der Leine läuft? Irgendwo in meinen Büchern wurde die Hundeleine „als eine Nabelschnur zwischen zwei Freunden“ bezeichnet. Dieser Aussage schließe ich mich gerne und voll an. Ideal zum Spazierengehen ist ein 3 m Leine. Diese ermöglicht dem angeleinten Hund seine Individualdistanz und gibt ihm einen gewissen Freiraum, in dem er sich so bewegen kann, wie er gerne möchte. Eine ca. 10-m-Leine im Gelände kann auch sehr sinnvoll sein. Die Breite ergibt sich zwangsläufig durch die Hunderasse. Ob Leder oder Stoffmaterialien ist eigentlich gleich, allerdings saugt ssich eine Stoffleine bei Regenwetter schnell voll und wird schwer. Nicht so gut sind Flexileinen, denn diese bewirken durch den Aufrollmechanismus einen ständigen Zug auf das Brustgeschirr (ganz unangenehm für den Hund ist dieses übrigens am Halsband). Generell sollte das Spazierengehen gemeinsam in Harmonie erfolgen, d. h., es sollte geprägt sein von ständiger Kommunikation zwischen dem Mensch/Hund-Team.
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Köpfchen statt Knöpfchen...

...das gilt auch für die viel gepriesenen Sprühhalsbänder, die in verschiedenen Ausführungen den Markt erobert haben. Spätestens seit uns Hundenanny Katja Geb-Mann allwöchentlich im deutschen Fernsehen vorführt, wie jeder Hund, ganz gleich welches Problem er seinen Haltern vermeintlich oder tatsächlich bereitet, mit Einsatz einer Fernbedienung in das Verhalten gepresst werden kann, das Herrchen oder Frauchen beliebt, finden die Halsbänder, die einen angeblich völlig harmlosen Spraystoß von sich geben, steigenden Absatz.
Doch schon der gesunde Menschenverstand lässt einen aufhorchen, wenn Hersteller und Anwender behaupten, dass der jederzeit auszulösende Sprühstoß für den Hund „gar nicht schlimm“ sei. Da fragt man sich doch selbst nach nur kurzem Nachdenken, wie es denn möglich sein soll, instinktive, genetisch fixierte Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Jagdverhalten durch etwas zu unterdrücken, das dem Hund gar nichts ausmacht?! Dem Hundehalter wird generös angeboten, das Gerät doch selbst mal in die Hand zu nehmen oder um den Hals zu legen, während der Trainer den Auslöser betätigt... und tatsächlich, so schlimm war das doch gar nicht. Ein kurzes „Zischhhh“ mit etwas feucht-kalter Luft. „Ja“, bestätigt der überzeugte Hundehalter, „das war gar nicht schlimm.“ Was Hersteller und Trainer jedoch geflissentlich verschweigen (aus Unwissenheit oder in betrügerischer Absicht?!), ist die Tatsache, dass plötzlich auftretende, nicht eindeutig zuzuordnende Zischlaute beim Hund als Angst auslösende, sogar lebensbedrohliche Laute abgespeichert sind, bei denen sofort die Flucht ergriffen werden muss. Jeder kennt den Anblick eines Hundes, der sich selbst im Körbchen `zig mal um die eigene Achse dreht, bevor er sich schließlich gemütlich niederlegt. Es handelt sich bei dieser Verhaltensweise um ein Erbe aus den Zeiten, in denen der Hund noch weitgehend draußen in Freiheit lebte. Bevor er sich hinlegte, drehte er sich mehrfach im Gras oder Laub, um die ausgesuchte Liegestelle als ungefährlich abzusichern. Sollte beim Drehen ein Zischlaut (zum Beispiel von einer Schlange) zu hören sein, würde er sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Biologisch sinnvoll... und diesen genetisch fixierten, Angst auslösenden Zischlaut bringen wir Menschen nun in den unmittelbaren Kopfbereich des Hundes! Und drücken vielleicht gleich mehrfach das Auslöseknöpfchen, worauf der Hund ganz leicht nicht nur in Angst, sondern sogar in Panik versetzt werden kann – ohne die Möglichkeit, sich durch die Flucht zur retten!
Eigentlich ist dieser Umstand allein schon Grund genug, niemals zu erlauben, dass einem uns anvertrauten Lebewesen ein solches Gerät angetan (im wahrsten Sinne des Wortes!) wird. Es gibt aber noch mehr Probleme:
Der Hund weiß nie, wann und vor allem warum der Sprühstop ausgelöst wird, befindet sich also in ständiger Erwartungsunsicherheit. Wer wissen möchte, wie sich das anfühlt, dem empfehle ich folgendes Eigenexperiment, das nicht in Anwesenheit eines Hundes durchgeführt werden sollte, damit dieser nicht unnötig verunsichert wird: Bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund, Sie wirklich stark zu erschrecken, zum Beispiel durch einen lauten Schrei oder dadurch, dass er plötzlich die Stereoanlage zu voller Lautstärke aufdreht oder zwei Töpfe aufeinander schlägt, wenn Sie gerade überhaupt nicht damit rechnen, sich zum Beispiel entspannt im Sessel zurücklehnen oder gerade mit Freunden Karten spielen. Das Experiment sollte mindestens mehrere Stunden, am besten ein oder zwei Tage dauern und der Schreckreiz sollte in dieser Zeit mehrfach ausgelöst werden – ohne dass Sie wissen, wann dies sein wird. Sie werden merken, dass der eigentliche Reiz, wenn er dann endlich auftritt, bei weitem nicht so schlimm zu ertragen ist, wie die zermürbende Warterei auf ihn. Obwohl man ihn fürchtet, wünscht man ihn schon beinahe herbei in der Hoffnung, dann wieder eine Weile Ruhe zu haben, was aber nicht so ist, da er kurz nach dem Auftreten ein zweites oder drittes Mal ausgelöst wird und dann wieder stundenlang gar nicht, ganz wie es Ihrem Helfer beliebt. Keine angenehme Vorstellung, nicht wahr?!
Aber es gibt noch weitere Probleme. Gleich mehrere ergeben sich aus der Tatsache, dass Hunde über gedankliche Verknüpfung lernen. Trägt der Hund das Halsband und erhält den Sprühstoß, wenn er zum Beispiel auf mehrfachen Zuruf nicht kommt, so möchte der Mensch ihm damit zeigen, dass er dafür mit Schreckreiz bestraft wird, dass er ungehorsam ist. Es kann aber gut sein, dass er in genau diesem Moment zu einem kleinen Kind, einem Jogger oder einem anderen Hund schaut – und den Strafreiz damit verbindet. Das Ergebnis ist dann ein Hund, der noch immer nicht besser auf Abruf reagiert, dafür aber Ängste, evtl. sogar durch die Angst ausgelöste Aggressionen, gegen das entwickelt, was er gerade sah. Die Hundehalter sind dann ratlos, weil ihr Hund „plötzlich“ kleine Kinder meidet oder Jogger anknurrt, mit denen er doch bisher bestens auskam. Viele solcher Beispiele finden sich in meiner Hundeschule ein, erst kürzlich ein Rhodesian Ridgeback Rüde, dessen Sprühhalsband immer ausgelöst wurde, wenn er zum Wildern durchbrennen wollte. Bei diesen Spaziergängen war allerdings auch immer seine Gefährtin, der Zweithund der Familie, anwesend. Die Halter kamen nun nicht wegen des unerwünschten Jagdverhaltens zu mir in die Hundeschule, mit dem sie sich inzwischen abgefunden hatten, sondern weil der Rüde seit Wochen die Nähe der Hündin mied. Immer wenn diese den Raum betrat oder sich, so wie früher, zu ihm kuscheln wollte, verließ er mit ängstlichem Gesichtsausdruck das Zimmer und das konnte man sich nicht erklären... Was hatte man diesen beiden Hunden angetan! Welche Gefühle wurden in den Tieren ausgelöst?! Der Rüde hatte nun Angst vor seiner Gefährtin, die er früher heiß und innig liebte, während diese nicht verstehen konnte, weshalb er, der vorher immer leidenschaftlich mit ihr spielte und tobte, sie jetzt mied. Die gleiche Trainerin, die den Einsatz des Sprühhalsbandes empfohlen hatte, empfahl jetzt übrigens, einen der Hunde abzugeben, weil die Tiere sich unterschiedlich entwickelt hätten und einfach nicht mehr gut zueinander passen würden. Die Ängste des Rüden erklärte sie über die angeblich dominante Ausstrahlung der Hündin. Man könnte weinen, wenn man Hunden mit einem solchen Schicksal gegenüber steht – oder es packt einen einfach nur die Wut.
Die Probleme gehen noch weiter, denn nichts generalisiert sich bei Hunden so schnell, wie Geräuschangst. Nicht nur dieser Rüde, sondern auch zahlreiche andere Hunde entwickeln nach Einsatz des Sprühhalsbandes Ängste vor allen möglichen Geräuschen. Das Öffnen einer kohlesäurehaltigen Getränkeflasche, das Zischen von heißem Fett in der Pfanne, Knall- und Schussgeräusche, die dem Hund vorher egal waren, versetzen ihn jetzt in Angst und Schrecken. Der oben erwähnte Ridgeback Rüde zum Beispiel verzog sich mit eingezogener Rute unter den Tisch des Besprechungsraums, als ich eine Wasserflasche öffnete. Dies tat ich nicht, weil ich Durst hatte – trauriger Weise gehört es inzwischen schon fast zum Standardprogramm beim ersten Kennenlernen und Analysieren eines mir vorgestellten Hundes auszutesten, ob er schon mit Sprühhalsband gearbeitet wurde und welche Wunden dies an seiner Seele hinterlassen hat. Die Halterin war auch sehr erstaunt, als ich ihr nach dem „Flaschentest“ auf den Kopf zusagte, dass an ihrem Hund sicher schon mit Sprühhalsband gearbeitet worden war. Das wollte sie mir eigentlich gar nicht erzählen, weil sie schon gehört hatte, dass ich gegen den Einsatz dieser Geräte bin. Nachdem ich sie auf die Reaktion ihres Hundes hingewiesen hatte, war sie sehr betroffen. Und wütend, nachdem ich ihr erklärte, weshalb ihr Rüde jetzt Angst vor der Hündin und vor allen möglichen Geräuschen hatte. Wütend auf die Trainerin, die sie auf diese „unerwünschten Nebenwirkungen“ nicht aufmerksam gemacht, sondern immer erklärt hatte, wie harmlos der Einsatz des Gerätes sei. Für mich stellt sich die Frage, ob Kollegen, die es einsetzen, um diese Nebenwirkungen nicht wissen, oder ob sie diese bewusst verschweigen, weil kaum jemand bereit wäre, den Einsatz zu erlauben, wenn sie bekannt wären. Und ich stelle mir die Frage, was von beiden eigentlich schlimmer ist...
Last not least gibt es Probleme mit der Technik. Es soll schon vorgekommen sein, dass das Gerät durch andere Funkfrequenzen oder sogar die Fernbedienung eines in der Nähe befindlichen Halsbandes an einem anderen Hund ausgelöst wurde. Der Strafreiz wird dann also einem Hund verabreicht, der einfach nur herumsteht oder gerade spielt oder sonst etwas tut. Das steigert die Erwartungsunsicherheit natürlich noch mehr und erhöht die Trefferquote auf Fehlverknüpfungen immens. Zusätzlich löst es nicht immer zuverlässig aus, kann zum Beispiel durch Wetterlagen mit feuchter Luft (Nebel, Regen) verzögert oder gar nicht reagieren. Schließlich zeigt es auch nicht an, wann die Batterie leer ist, wodurch es passieren kann, dass der Auslöser gedrückt wird und nichts geschieht. Dann käme man durch das Ausbleiben des Strafreizes (wenn der Hund denn überhaupt verstanden hätte, wofür er eigentlich bestraft werden soll) in den Bereich der variablen Bestätigung, was das unerwünschte Verhalten sogar noch verstärkt. Der Hund würde nämlich lernen, dass er das Verhalten nur immer wieder zeigen muss, bis er schließlich wieder zum Erfolg (in diesem Fall das Ausbleiben des Strafreizes und die erfolgreiche Durchführung des Verhaltens) kommt.
Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Sprühhalsbänder sind ganz und gar nicht harmlos, im Gegenteil sogar sehr gefährlich. Manche Hunde werden durch sie so verunsichert, dass sie in die so genannte erlernte Hilflosigkeit fallen, was zur Folge hat, dass sie kaum noch Aktionen zeigen oder Handlungen anbieten, weil sie in ständiger Angst vor dem für sie unkalkulierbaren Strafreiz leben. Um diesen Tieren – und ihren verzweifelten Haltern – zu helfen, braucht es ein meist lang angelegtes, gut durchdachtes Training, das den Hund aus dieser erlernten Hilflosigkeit und seinen vielfältigen Ängsten wieder herausholt.
Sprühhalsbänder gaukeln dem Hundehalter vor, mal eben schnell per Fernbedienung eine Lösung für vermeintliche oder tatsächlich entstandene Probleme zu haben. Aber so einfach ist das nicht. Hunde sind uns anvertraute, fühlende und denkende Lebewesen, die nicht beliebig manipulierbar sind und deren Lernverhalten sich von dem unseren ganz erheblich unterscheidet. Ich kann deshalb nur dringend empfehlen, jeden Ausrüstungsgegenstand und jede Methode, der/ die durch Hersteller oder Trainer empfohlen wird, vor Anwendung am Hund genau zu prüfen, sich gut zu informieren und im Zweifelsfall nach dem guten alten Motto zu entscheiden, das auch für unsere Hunde gelten sollte: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.
© Clarissa v. Reinhardt
animal learn

P.S.: Hiermit lade ich alle Hundefreunde ein, bei der Verbreitung dieses Textes zu helfen. Ich erlaube als Autorin ausdrücklich, ihn (vollständig und unverändert und unter Nennung der Quelle) auf anderen Homepages zu veröffentlichen, auszudrucken und zu verteilen oder auf ihn hinzuweisen. Je mehr Menschen um die Tücken und Gefahren des Sprühhalsbandes wissen, je mehr Hunden bleibt dessen Anwendung – hoffentlich – erspart. Ein herzliches DANKE an jeden, der diesen Text weiter gibt.

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Tipps zur Trainersuche

Der Trainer/ die Trainerin...
...sollte über eine fundierte Ausbildung im Umgang mit Hunden und Menschen verfügen und jederzeit in der Lage sein, diese auch überprüfbar nachzuweisen.
... sollte selbstverständlich über ein breites Fachwissen über Hunde verfügen und in der Lage sein, mit den unterschiedlichsten Rassen, Charakteren und Problemstellungen umzugehen.
... sollte offen sagen, wenn er als Berufsanfänger/in oder auch sonst mit einer Problemlösung überfordert ist und Sie an einen versierten Kollegen/in verweisen oder diesen hinzuziehen. Diese Ehrlichkeit sollten Sie anerkennen und nicht als Schwäche auslegen, denn jeder hat mal in seinem Beruf angefangen und alles kann man halt nicht immer sofort wissen!
... muss Überforderungen vermeiden und in der Lage sein diese zu erkennen, denn wenn der Hund und/oder der Mensch überfordert werden, dann werden diese frustriert und unsicher.
... sollte kein Training ohne den Hundebesitzer durchführen. Nur wenn der Hund mit seinem Menschen trainiert, kann ein angestrebtes harmonisches Zusammenleben entstehen. Selbst eine angeblich sorgfältige Einweisung nach dem Training kann niemals vermitteln, in welchen Einzelschritten und vor allem wie der Hund die Trainingsziele erlernt hat. Es bringt Ihnen gar nichts, wenn ihr Hund lernt, die Übungen mit seinem Trainer statt mit Ihnen auszuführen!
... sollte immer bereit sein, Ihnen so viel Fachwissen wie nur möglich in Wort und in Schrift zu vermitteln. Genaue Erklärungen der Übungen, die Beantwortung Ihrer Fragen sowie schriftliche Unterlagen wie Arbeitsblätter oder ein Trainingstagebuch sollten zur Verfügung gestellt werden, damit Sie die Fülle der Informationen zu Hause in Ruhe durcharbeiten und wiederholen können.
... sollte sich ganz individuell mit den einzelnen Hundebesitzern auseinandersetzen und Geduld und Verständnis für die ganz persönlichen Probleme der Hundebesitzer haben, egal wie banal diese auch scheinen. Sollte dieses nicht der Fall sein und sie gar als "unfähig, einen Hund zu führen" oder sogar als "zu doof" bezeichnet werden, dann wechseln Sie unverzüglich den/die Hundetrainer/in und machen Sie dieses möglichst auch publik, damit auch anderen Kunden derartiges erspart bleibt..
... sollte selbstverständlich nach allerneuesten Erkenntnissen und ohne Einsatz von tierschutzrelevantem Zubehör wie Reizstromgeräten, Anti-Kläff- oder Würgehalsbändern usw. arbeiten. Alle Methoden, die dem Hund Angst oder Schmerzen zufügen, werden seine Persönlichkeit zerstören oder ihn in seiner Würde verletzen und Disharmonie erzeugen. Der leider auch heute noch viel geforderte "Kadavergehorsam" sagt viel über die Psyche des Trainers und nichts über die des Hundes aus.
... sollte nicht ständig damit prahlen, wie toll er/ sie ist und wie schlecht all die anderen sind. Ein informativer Austausch mit Kollegen/innen ist mit Sicherheit keine Schwäche, sondern dient nur dem Ziel die erwünschte Harmonie zwischen Mensch und Hund zu erreichen.
... Ständige Fortbildung und das regelmäßige Infragestellen der eigenen Trainingsmethoden sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Idealerweise sollte dieses im Austausch mit Trainer/innen in kollegialem Rahmen erfolgen.
... Beobachten Sie Ihren Hund genau: Er sollte mit Begeisterung zu "seinem/seinerr" Trainer/in gehen! Macht er das nicht, sollten Sie dieses offen ansprechen und ggf. schnellstens wechseln. Das Verhalten Ihres Hundes ist der sicherste – und auch verräterischste – Maßstab für die Qualifikation des/der Trainers/in und die Qualität der Schule!
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So fühlt sich Ihr Hund im Winter wohl!

Der Winter ist für Tier und Mensch eine anstrengende Jahreszeit. Nässe, Kälte, Wind, Glatteis und Schnee setzen uns allen zu. Es gibt aber einige Tipps, wie Hundebesitzer ihren Hund gut über die kalte Jahreszeit bringen:

Streusalz und Eis
Gerade in Städten gibt es das Problem von Eis und Streusalz auf Gehsteigen und Fahrbahnen. Mag Streusalz noch so günstig zur Beseitigung der Gefahr des Ausrutschens sein, für die Pfoten der Hunde ist es aber Gift. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, das Gassigehen auf ungestreuten Wegen zu absolvieren, so können Sie die Pfoten mit einer fettenden, das Wasser abweisenden Creme massieren. Nehmen sie sich aber möglichst ein paar Minuten Zeit, um in die nicht mit Streusalz verseuchte Natur zu kommen. Folgen des Gehens auf gesalzenen Oberflächen sind rissige, spröde Haut an den Zehenballen, entsprechender Juckreiz, Entzündungen und eine damit verbundene Unruhe ihres Hundes. Nach dem Spazierengehen sollten die Pfoten des Hundes mit lauwarmem Wasser gründlich gewaschen und nachher mit einer fettenden Creme (etwa Hirschtalgsalbe) eingerieben werden.

Verletzungen
Häufig gibt es auch Verletzungen durch das Laufen auf eisglatten Böden. Schnittverletzungen können auch durch gefrorenen Schnee und Eis entstehen. In diesem Zusammenhang ist auch die Gefahr des Einbrechens des Hundes in scheinbar zugefrorene Teiche und Flüsse hinzuweisen. Deshalb sollten Sie den Hund niemals auf unbekannte Eisflächen laufen lassen.

Schneefressen
Viele Hunde neigen im Winter zum Schneefressen, dass Sie möglichst unterbinden sollten. Folge können dann besonders Entzündungen des Rachens sein, wobei die Mandeln beliebtes Erkrankungsgebiet sind. Der Hund würgt dann meist zähen Schleim und versucht auch zu erbrechen.

Immer in Bewegung bleiben
Viel Bewegung ist gerade auch im Winter wichtig - der Hund sollte immer in Bewegung bleiben. Dieses ist ein guter Schutz, damit er sich nicht erkältet. Bei einem ordentlichen Tempo wird der Hund nicht frieren - schließlich hat er ja sein Fell. Bei alten, kranken oder besonders kurzhaarige Hunde kann ein Hundemantel nicht schaden.

Gesehen werden
Achten Sie bitte immer darauf, dass Sie mit Ihrem Hund in der dunklen Jahreszeit von den anderen Verkehrsteilnehmern immer rechtzeitig wahrgenommen werden können!
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Hilfe für den Hund am Silvestertag – oder: Ist die Menschheit verrückt geworden?!

„Alle Jahre wieder...“ kommt leider nicht nur das Christ-kind, sondern pünktlich eine Woche später auch die große Knallerei. Weihnachten gilt als stilles und besinnliches Fest, an dem es gar nicht ruhig genug sein kann, selbst unser altes deutsches Liedgut preist die „Stille Nacht, heilige Nacht...“ , aber nur sieben Tage später scheint die Menschheit regelmäßig verrückt zu werden. Es kann gar nicht laut und grell genug werden – ganz gleich, einen wie hohen Preis wir dafür zahlen. Ebenfalls fragt sich alle Jahre wieder der gesunde Menschenverstand, wie es sein kann, dass angesichts (ver)hungernder Menschen und Tiere, einer kriselnden Weltwirtschaft und scheinbar nicht lösbarer Umwelt-probleme, die uns irgendwann alle miteinander mit einem ganz großen Knall ins Jenseits befördern könnten, über-haupt ein Mensch so verrückt sein kann, Geld für Raketen, Böller und Tischfeuerwerk auszugeben?! Ja wissen die Leut` denn wirklich nichts besseres damit anzufangen? Für die ganz Ideenlosen wüsste ich da ein paar Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die um jeden Cent dankbar wären. Auch das Frauenhaus, die Welt-hungerhilfe und Aktion Mensch hätten sicher einen besseren Verwendungszweck für die Milliarden, die da alljährlich in die Luft gepulvert werden. Und nun möge mir bloß keiner mit der Tradition kommen! Ach, so vieles wird unter dem Deckmäntelchen der Tradition fortgeführt, so vieles, das man lieber bleiben lassen sollte: Der Stierkampf, die Treibjagd, Pferderennen oder auch die Unterdrückung der Frau, die nach wie vor in vielen Ländern dieser Erde zur guten (?) alten Tradition gehört. Na ja, manchmal ist die Tradition halt auch mehr alt als gut und gehört einfach abgeschafft. Es lohnt, darü-ber nachzudenken. Als Tierhalterin habe ich mir die Knallerei schon als Jugendliche abgewöhnt. Zu sehr taten mir die Hunde (und Katzen!) leid, wenn sie sich zitternd unter der Eckbank verkrochen und tagelang nicht mehr aus dem Haus trauten. Ich dachte an die Wildtiere, die ebenfalls voller Angst und Schrecken flüchten und Schutz suchen vor einer nicht benennbaren und nicht verstehbaren Gefahr. In meiner Hundeschule mehren sich jetzt wieder die Anrufe der Verzweifelten, die fragen, ob ich Tipps hätte, wie man mit dem geliebten Vierbeiner die Jahreswende halbwegs schadlos übersteht. Immer wieder stellt man mir die Frage, ob ich mich da auskenne. Oh ja, da kenne ich mich sogar sehr gut aus, denn drei meiner sieben Hunde haben schreckliche Angst und zwei fürchten sich zumindest etwas. Mit den folgenden, jahrelang im Ernstfall erprobten Tipps kommen wir ganz gut über die Runden: Die einfachste Lösung zuerst: Hauen Sie mit Ihrem Hund einfach für ein paar Tage ab. Buchen Sie eine einsame Berghütte irgendwo im Nirgendwo. Das müssen Sie allerdings rechtzeitig tun, denn einsame Berghütten gibt`s bei weitem nicht so viele wie genervte Hundehalter, die diese zur Jahreswende händeringend suchen. Reisen Sie schon ein paar Tage vor Sylvester ab und bleiben Sie auch etwas länger, denn wie wir alle wissen, beginnt die Knallerei schon Tage vor dem ganz großen Spektakel und zieht sich auch noch bis zum zweiten oder dritten Januar hin. Wenn diese Lösung nicht möglich ist, wäre mein wichtigster Tipp, dass Sie Ihrem Hund so viel Ruhe wie möglich vermitteln und durch Idolfunktion vorleben, dass Ihnen der ganze Rummel gar nichts ausmacht. Für mich ist dies zugegeben der schwierigste Part, denn tatsächlich könnte ich jedem, der da draußen rumknallt, ebenfalls eine knallen – kleine Kinder, die noch nicht wissen, was sie tun, ausgenommen. Durch die Stimmungsübertragung beeinflussen wir unsere Hunde ganz enorm, je gelassener Sie also sind, desto eher kann Ihr Hund sich zumindest etwas beruhigen. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass Ihr Hund keine Angst mehr hat, nur weil Sie keine haben, denn ganz so einfach läuft es nicht. Es ist etwa wie bei einem bevorstehendem Besuch beim Zahnarzt, der Ihnen große Angst macht: Ein Partner, der Ihnen Mut zuspricht und Gelassenheit ausstrahlt, hilft zumindest etwas – einer der glaubt, man brauche doch keine Angst haben, weil er/ sie ja schließlich auch keine Angst hat, hilft überhaupt nicht, sondern nervt einfach nur. Tipp Nummer zwei steht in direktem Zusammenhang mit Tipp Nummer eins: Haben Sie Zeit für Ihren Hund, stehen Sie ihm durch Anwesenheit zur Verfügung und ermög-lichen Sie ihm das Kontaktliegen, wenn er es wünscht. Hierbei müssen Sie aber sehr präzise arbeiten, damit es nicht zu einer so genannten unbewussten Bestätigung kommt. Keinesfalls heißt dies nämlich, dass Sie Ihren Hund auf den Arm nehmen, herumtragen oder auf den Schoß setzen sollen, während Sie ihn streicheln und in endlosen Litaneien bedauern, denn dieses Verhalten würde die Angst Ihres Hundes nur verstärken. Allerdings sollten Sie andererseits auch keinesfalls – wie von manchen Trainern empfohlen – Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat. Dieser Tipp, der die oben genannte „unbewusste Bestätigung“ verhindern soll, ist weit über das Ziel hinaus geschossen, denn wenn Sie Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat, was vermitteln Sie ihm dann?! Dass Ihnen seine Angst vollständig egal ist und er sich an jemand anderen wenden muss, wenn er Unterstützung und Schutz braucht – und das ist für eine gute Bindung und ein angestrebtes Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter das reinste Gift! Deshalb haben wir seit Jahren ein Ritual eingeführt, das bestens funktioniert: Unser Wohnzimmer wird zu einer Liegelandschaft umgebaut. Zugegeben, bei nur einem Hund oder zweien ist das nicht nötig, es reicht ein bequemes Sofa, aber wir haben ja sieben... Einer von uns hält sich die meiste Zeit über auf der „Liegewiese“ auf, meistens lesen wir oder telefonieren mit Freunden. Die Hunde kommen ganz von selbst und suchen den Körperkontakt, wenn die Knallerei losgeht. Sie legen sich mit hin, dürfen sich ankuscheln und unsere Nähe spüren. Einem von ihnen hilft es besonders, wenn wir ihn mit einer Decke so zudecken, dass nur noch sein Kopf rausschaut – er fühlt sich so eingehöhlt sicherer. Wenn die, die besonders große Angst haben, anfangen zu hecheln oder uns anzupföteln, reagieren wir darauf nur geringfügig und sagen einfach nur kurz „Ist schon o.k.“ oder ähnliches und strahlen weiterhin heitere Gelassenheit aus. Um diese Stimmung zu erzeugen, helfen übrigens Bücher des Dalai Lama ausgesprochen gut! ? Zusätzlich läuft bei uns der Fernseher in einer Lautstärke, die gut erträglich ist, aber doch den Lärm von draußen zumindest teilweise abmildert. Diese Geräuschkulisse kann die Knallerei natürlich nicht übertönen, dann würden uns – und besonders unseren Hunden, deren Gehör viel feiner ist – ja die Ohren weh tun. Aber sie verhindert eine allzu starke Fokussierung auf die Knallgeräusche. Der besondere Tipp: Auf 3 SAT laufen jedes Jahr ab 11.00 Uhr vormittags bis weit nach Mitternacht Mitschnitte von tollen Live-Konzerten der vergangenen Jahre. Echte Sahnestücke der Musikgeschichte, von Phil Collins über U2, Michael Jackson, Pink oder Tina Turner, es ist für so ziemlich jeden Musikgeschmack etwas dabei. Sehr hilfreich ist auch eine CD, die es als Beigabe zu dem Buch „Mit den Ohren eines Hundes“ (sehr zu empfehlen!) gibt. Die auf ihr zu hörende Musik wurde nach jahrelangen Forschungen auf dem Gebiet der Psycho-Akustik arrangiert und ist speziell auf das akustische Wahr-nehmungsvermögen von Hunden abgestimmt. Sie wirkt beruhigend und wird bereits erfolgreich in Tierheimen, Hundepensionen und Tierkliniken eingesetzt. Sobald es am Nachmittag auch nur ansatzweise dämmrig wird, machen wir überall im Haus das Licht an, um die von draußen kommenden Lichtreflexe zu mildern. Sollten Sie Gardinen oder Rollos haben, sollten Sie diese schließen. Manchmal hört man den Tipp, mit dem Hund am besten in den Keller zu gehen, im Idealfall in einen Keller ohne Fenster. Dies ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn Sie das nicht ausschließlich zu Sylvester tun – sonst kann es schnell passieren, dass der Hund bereits das Herunter-gehen in den Keller fürchtet, weil es für ihn in direktem gedanklichen Zusammenhang mit der Knallerei steht. Sollten Sie aber eine Art eingerichteten Hobbyraum haben, den Sie regelmäßig nutzen, kann es tatsächlich hilfreich sein, Sylvester dort unten zu verbringen, bis gegen 2.00 oder 3.00 Uhr nachts zumindest die schlimmste Knallerei vorbei ist. Die Gassi-Runden reduzieren wir auf kurze Gänge in der Nähe des Hauses, damit die ängstlichen Hunde das Gefühl haben, jederzeit auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause zu können. Ist „die Fluchtburg“ in kürzester Zeit erreichbar, fühlt sich so mancher Hund zumindest etwas besser. Wenn Sie einen Garten haben, können Sie das Rausgehen auch auf diesen beschränken. Wir gehen am 31. Dezember immer eine ganz lange Runde sehr früh am Morgen, so gegen 6.00 Uhr – da ist es noch weit-gehend ruhig. Danach bleiben wir mit den ängstlichen Hunden auf unserem Grundstück. Wenn Sie einen Hund haben, der in Panikattacken verfällt, wenn er es – selbst in größerer Entfernung – knallen hört, dann führen Sie ihn an den Tagen rund um Sylvester mit doppelter Leinensicherung und bleiben Sie in der Nähe Ihres Hauses oder Ihres offen stehenden (!) Autos, denn für diese Hunde ist das Erreichen „der Fluchtburg“ eine Frage des Überlebens. Von der häufig empfohlenen Gabe von Medikamenten möchte ich dringend abraten! Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass jedes Psychopharmaka eine so genannte Umschlagwirkung zeigen kann. Das bedeutet in diesem Fall, dass der Hund nicht beruhigt, sondern ganz im Gegenteil, jetzt erst richtig hoch gefahren wird. Der Kreislauf wird aktiviert, der Puls rast wie verrückt, der Hund kommt nicht mehr zur Ruhe und der so gestresste Organismus nimmt die Außenreize durch die Adrenalin-ausschüttung noch stärker wahr. Vor ein paar Jahren wurde ich am Sylvesterabend von einer völlig verzweifelten Hundehalterin angerufen, bei deren Eurasierer-Rüden genau das passiert war. Der Hund drehte völlig durch, speichelte, raste fieberhaft nach Unterschlupf suchend durch das Haus und war kaum noch ansprechbar. Die Tierärztin, die das Mittel verschrie-ben hatte, empfahl am Telefon, den Hund in die Praxis zu bringen, was vollkommen ausgeschlossen war für die Halterin, weil er sich nicht einmal mehr anfassen ließ, ohne deutlich drohend zu fletschen – was er übrigens sonst nie tat! Als ich nach halbstündiger Fahrt dort ankam, war der Hund bereits so durchgedreht, dass ich einen Kreislaufkollaps befürchtete. Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns auf den Hund zu stürzen, ihn – halb im Würgegriff – ins Auto zu zerren und in die Klinik meines Vertrauens zu bringen. Dort wurde er in Narkose gelegt, um ihn erst einmal ruhig zu stellen. Dann wurde er an den Tropf gehängt, um die Wirkstoffe in seinem Körper möglichst schnell auszuschwemmen. Es dauerte mehr als 14 Tage, ehe dieser Hund sich halbwegs erholt hatte und sein Frauchen und mich wieder vertrauensvoll an sich heran ließ. Er war damals fünf Jahre alt und ich kannte ihn seit seiner Welpenzeit. Er hatte uneingeschränktes Vertrauen zu mir und seiner Halterin bis zu diesem Abend gehabt... In einem anderen Jahr rief mich am 05. Januar eine Dame an, deren Hund sich seit Sylvester völlig verändert hatte. Er zitterte, sobald er nur angesprochen wurde und reagierte extrem auf jegliche Außenreize, die mit Geräuschen oder Licht zu tun hatten. Er flüchtete zum Beispiel in Panik unter den Küchentisch, als vor dem Haus die Straßenlaterne anging. Beim Beratungsgespräch stellte sich dann heraus, dass auch dieser Hund auf Anraten eines befragten Tierarztes Medikamente verschrieben bekommen hatte. Er wählte ein Mittel aus, dass hauptsächlich auf der Basis eines Muskelrelaxans wirkte, das Bewusstsein aber kaum beeinflusste. Im Klartext bedeutete dies, dass dieser arme Hund, der schon immer große Angst vor Sylvester hatte, alles um sich herum mitbekam, aber unfähig war, sich zu bewegen. Gefangen im eigenen Körper konnte er weder hecheln, noch herumlaufen oder sich verkriechen, so wie er es sonst immer getan hatte. Die Folgen waren fatal – dieser Hund erlitt ein Trauma, von dem er sich nie mehr richtig erholte. Er hatte für den Rest seines Lebens Probleme und die Halterin verfluchtete den Tag, an dem er das „Beruhigungsmittel“ bekommen hatte. Ich könnte noch einige solcher Beispiele nennen, die ich im Laufe der Jahre miterlebt habe. Es waren weit mehr als nur diese beiden und aus diesem Grund würde ich die Gabe von Medikamenten nicht empfehlen. Ich kenne keinen einzigen Hund, der sich nicht über kurz oder lang wieder erholt hätte nach der Knallerei – aber einige, die durch Medikamentengabe traumatisiert wurden. Selbst-verständlich gibt es auch Hunde, die die Medikamenten-gabe gut vertragen – nur weiß man vorher nicht, ob es so sein wird und mir ist das Risiko für die mir anvertrauten Tiere definitiv zu groß, falls es nicht so sein sollte. Hingegen macht eine Kollegin von mir recht gute Erfahrungen mit der Gabe von Bach-Blüten. Suchen Sie sich einen seriösen Therapeuten, der eine individuelle Mischung für Ihren Hund zusammenstellt. Die im Handel erhältlichen, fertigen Mischung möchte ich Ihnen nicht empfehlen, da sie der eigentlichen Lehre Bach`s und seinem Verständnis über die Wirkung der Blütenmittel nicht entsprechen. Eine Umschlagwirkung ist hier nicht bekannt, es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es in seltenen Fällen zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen kann, ähnlich wie wir sie aus der Homöopathie kennen. Sollte diese gerade an Sylvester auftreten, wäre das natürlich fatal. Deshalb ist eine vorherige Gabe zum Ausprobieren empfohlen. Einigen Hunden hilft auch der D.A.P.-Stecker recht gut, der im Fachhandel erhältlich ist. D.A.P. ist die Abkürzung für Dog Appeasing Pheromone. Diese Pheromone sind Duftstoffe, die eine Mutterhündin während der Laktations-phase zwischen der Milchleiste absondert und die beruhigend auf die Welpen wirken. Man fand heraus, dass diese Wirkung auch noch bei erwachsenen Hunden eintritt und schließlich gelang es, diese Pheromone zu synthetisieren. Steckt man nun diesen Stecker in die Steckdose, wird der Geruch der Pheromone ausgeströmt. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie dem Hund die Gelegenheit geben, den Raum zu verlassen, wenn er das wünscht, denn nicht alle Hunde mögen diesen Geruch und nicht auf alle wirkt er beruhigend! Beobachten Sie Ihren Hund, ob er sich freiwillig in die Nähe des Steckers begibt und tatsächlich ruhiger wird oder ob ihm dieser Geruch völlig egal zu sein scheint oder er sogar den Raum verlässt. Auch hier ist es sinnvoll, nicht erst am Sylvesterabend auszuprobieren, welche Reaktionen Ihr Hund zeigt, fangen Sie ruhig schon ein bis zwei Wochen vorher damit an. Auf gar keinen Fall sollten Sie die ebenfalls erhältlichen D.A.P.-Halsbänder verwenden, denn einmal angelegt kann der Hund sich eben nicht mehr frei entscheiden, ob er den Geruch sucht oder meidet, sondern ist ihm ausgeliefert. Interessant ist, dass der Hersteller anfangs, als es nur die Stecker gab, selbst ausdrücklich darauf hinwies, wie wichtig es ist, dem Hund die Möglichkeit zum Ausweichen zu geben. Trotzdem hat er dann die Halsbänder und auch noch ein Spray auf den Markt gebracht. Man macht sich so seine Gedanken, was hinter diesem Sinneswandel steckt... Für viele Menschen ist übrigens unklar, warum Hunde gerade vor Sylvester so große Angst haben. Manchmal sogar solche, die zum Beispiel keine Probleme mit Schüssen oder Gewitter haben. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass durch die Knallerei gleich mehrere Sinne deutlich überstrapaziert werden: Der Gehörsinn durch den Lärm, der Gesichtssinn (die Augen) durch die ungewohnten und in großer Anzahl auftretenden Lichtreflexe und der Geruchssinn durch den Gestank, den die Böller verursachen und der ebenfalls ungewohnt ist für den Hund. Abschließend wünsche ich Ihnen und Ihrem Hund (oder Ihren Hunden) eine möglichst ereignislose Sylvesternacht und hoffe, dass die hier zusammengefassten Tipps helfen, mit möglichst viel Ruhe und Frieden ins neue Jahr zu kommen!
Clarissa v. Reinhardt www.animal-learn.de
P.S. : Als Autorin erlaube ich ausdrücklich, diesen Text ungekürzt, unverändert und unter Nennung der o.g. Quelle weiträumig zu verbreiten. Wenn Sie ihn erhalten haben, freue ich mich, wenn Sie ihn an Freunde und Bekannte weiter schicken, ihn in Foren oder auch gern auf Ihre eigene Homepage stellen. Sie dürfen ihn auch ausdrucken, kopieren und verteilen. Desto mehr Menschen er erreicht, desto mehr Tieren kann hoffentlich geholfen werden. :-)
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Wildtierunfälle: Was ist zu beachten?

Wildtierunfälle: Im Herbst besonders gefährlich
Mehr als 200.000 Wildunfälle pro Jahr
In den meisten Fällen hat man keine Zeit, zu reagieren, denn ein Zusammenstoß mit einem Wildtier passiert innerhalb von Sekunden. Die Kräfte, die dabei auf ein Auto einwirken, sind enorm. Kollidiert Rotwild mit einem Auto, das ca. 60 Stundenkilometer fährt, entspricht das durchaus einem Aufprallgewicht von fünf Tonnen - dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten. Gerade die Monate Oktober und November mit den veränderten Witterungs- und Lichtverhältnissen sind besonders unfallträchtig. Das Wild sucht in der Dämmerung nach Futter, also gerade in der Zeit des Berufsverkehrs.

Folgende Tipps können helfen, Wildtierunfälle mit dem Auto zu vermeiden:
1. Auf Strecken, die durch den Wald oder an Feldern vorbeiführen, extrem vorsichtig fahren, Abstand halten und bremsbereit sein.
2. Den Waldrand im Auge behalten.
3. Taucht ein Tier am Straßenrand auf, abblenden und hupen. Grelles Scheinwerferlicht irritiert die Tiere, sie bleiben dann oft regungslos stehen.

Wenn es dann doch passiert:
1. So schwer verständlich dieser Rat aus tierschützerischer Sicht auch klingen mag: Der Versuch, das Tier durch ein Ausweichmanöver zu schützen, schlägt in der Regel fehl. Wenn der Zusammenstoß unvermeidbar ist, empfiehlt der ADAC, zu bremsen, dabei das Lenkrad festzuhalten und geradeaus zu fahren. Besser kontrolliert aufprallen als unkontrolliert ausweichen, so der ADAC.
2. Auf jeden Fall stehen bleiben und Ruhe bewahren, Warnweste anziehen und Unfallstelle sichern, Verletzte versorgen und die Polizei rufen.
3. Verletzte Tiere nicht anfassen; sie könnten aus Schmerz oder - durch den Unfall in Panik geraten - beißen. Ein totes oder verletztes Tier bitte auch nicht mitnehmen. Das gilt als Wilderei und die ist bekanntlich strafbar.
4. Außerdem hilfreich: Sich von der Polizei noch am Unfallort für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. Zuhause dann unverzüglich die Versicherung informieren. Wichtig auch, um sein Geld von der Versicherung zu bekommen: Zeugen am Unfallort oder Spuren des Tieres am Auto.

© Copyright TASSO e.V.


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Alle Jahre wieder: Zecken beim Hund!

Holzbock Braune Hundezecke Auwaldzecke

Wie erkenne ich sie?
Es gibt drei beim Hund wichtige Zeckenarten: Holzbock, Braune Hundezecke und Auwaldzecke. Beim erwachsenen Weibchen und anderen Entwicklungsstadien dieser drei Zeckenarten bedeckt ein Schild den vorderen Teil des Rückens. Bei erwachsenen Männchen ist der ganze Rücken davon bedeckt. Dieser Schild ist beim Holzbock schwarz. Erwachsene Zecken haben acht Beine, die beim Holzbock ebenfalls schwarz sind. Der weibliche Holzbock ist nüchtern 3-4 mm groß und rotbraun. Er saugt Blut und wird dadurch bis zu etwa 11 mm groß und blaugrau. Der männliche Holzbock ist 2,2-2,6 mm groß und saugt nur kurz Blut. Das Weibchen der Braunen Hundezecke ist 2,5 x 1,5 mm groß, vollgesogen etwa 11x 7 mm. Der Körper ist längsoval und dunkelbraun. Das Männchen ist etwa 3 x 2 mm groß und saugt Blut. Der Körper ist birnenförmig und rotbraun, die Beine sind gelbbraun. Auch die anderen Entwicklungsstadien sind braun. Die weibliche Auwaldzecke ist nüchtern 5 mm groß. Vollgesogen mit Blut wird sie bis zu 16 mm groß und damit deutlich größer als der Holzbock oder die Braune Hundezecke. Das Männchen ist 5-6 mm groß. Die Auwaldzecke hat einen weißen Schild mit dunklen Flecken. Sie können Zecken mit bloßem Auge sehen, wenn Sie den Hund gründlich absuchen. Scheiteln Sie dazu langes Fell. Sie können Zecken auch gut mit den Fingern als kleine Erhebungen auf der Haut fühlen, wenn Sie den Hund abtasten.
Wie leben sie?
Zecken benötigen für ihre Entwicklung drei verschiedene Wirtstiere. Jeweils nach der Blutaufnahme lässt sich der Parasit auf den Boden fallen, um sich zu häuten. Dann befällt er den nächsten Wirt. Die letzte Blutmahlzeit nimmt das Weibchen zu sich, bevor es mit der Eiablage beginnt. Die Eier sind 0,5 mm groß und rundlich und werden als Pakete abgelegt. Nach der Eiablage stirbt das Weibchen. Nach 3-6 Wochen schlüpft als erstes Entwicklungsstadium die sechsbeinige Larve.
Sie bleibt dann noch 1-3 Wochen in der Umgebung des Eihaufens, bis ihre äußere Haut hart und pigmentiert ist.Die Larven des Holzbocks und der Auwaldzecke befallen Mäuse oder Vögel, an denen sie 3 Tage Blut saugt. Bei der Braunen Hundezecke bevorzugen alle Entwicklungsstadien den Hund als Wirt. Nach der Blutaufnahme fällt die vollgesogene Larve ab und häutet sich nach 1-2 Monaten zur achtbeinigen Nymphe. Die ca. 1 mm große Nymphe von Auwaldzecke und Holzbock befällt auch größere Warmblüter wie Kaninchen, Igel oder Fuchs. Für die Nymphe der Braunen Hundezecke ist der Hund das Wirtstier. Die Nymphe saugt für 3-5 Tage Blut und fällt dann ab. Nach 10-18 Wochen häutet sich die Nymphe von Holzbock und Auwaldzecke zur erwachsenen Zecke. Die Nymphe der Braunen Hundezecke braucht dazu nur 3-5 Wochen. Die erwachsene weibliche Zecke saugt für etwa 1 Woche am Wirt. Dabei findet in der Regel die Begattung statt. Wenn das Weibchen vollgesogen ist, lässt es sich zu Boden fallen und legt dort Eier. Beim Holzbock findet dies spätestens nach 2 Monaten statt. Zur Entwicklung des Holzbocks ist eine Luftfeuchtigkeit von über 90% notwendig, wie sie nur im Freien vorhanden ist. Die etwa 3000 Eier werden innerhalb von 30 Tagen (bei 15-20 °C) unter Laub und unter Steinen abgelegt. Der gesamte Entwicklungszyklus des Holzbocks dauert meist 2 - 3 Jahre. Ohne Blutaufnahme können Holzböcke bis zu einem Jahr überleben.
Die erwachsenen Holzböcke sind besonders aktiv in den Monaten April bis Juni. Im Hochsommer schlüpfen die Larven und die anderen Stadien befinden sich in der Häutung. Ein Rückgang der Aktivität der erwachsenen Zecken ist zu beobachten. Die verschiedenen Stadien häuten sich wieder nach vorheriger Blutaufnahme. Wenn die Häutung abgeschlossen ist, steigt im September/Oktober die Befallsintensität wieder stark an. Holzböcke kommen bevorzugt in Wäldern mit dichtem Unterholz und angrenzenden Lichtungen vor. Auwaldzecken kommen in Auwäldern, also in der Nähe von Flüssen, vor. Weitverbreitet ist sie vor allem in Südeuropa. In Deutschland gibt es Naturherde an Rhein, Donau und Elbe. Die Auwaldzecke hat einen konstanten jährlichen Zyklus. Im Frühjahr sind die erwachsenen Zecken aktiv, im Sommer die Larven und Nymphen. Die Braune Hundezecke kommt in warmen Ländern (Mittelmeerraum) vor und kann sich aufgrund des kälteren Klimas in Deutschland nur in geheizten Gebäuden vermehren. Typisch bei dieser Zeckenart ist daher, dass auch in den Wintermonaten massenhaft Zecken innerhalb des Gebäudes vorkommen können, in dem sich der Hund aufhält. Sie legt innerhalb von 4-20 Tagen (je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit) 2.000 bis 5.000 Eier in einer passenden Brutstätte. Dies geschieht oft im Lager des Hundes. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert nur 3-4 Monate. Ohne Blutaufnahme kann die Braune Hundezecke bis zu eineinhalb Monate überleben. Bei Verdacht auf diese Zeckenart sollte eine Artbestimmung durch den Tierarzt erfolgen.
Welche Schäden verursachen sie?
Alle Zeckenstadien von Holzbock und Auwaldzecke sitzen auf dem Boden und an Pflanzen und werden von vorbeikommenden Warmblütern abgestreift. Dann suchen sie am Wirt eine Stelle mit möglichst dünner Haut und verankern dort ihre Mundwerkzeuge zur Blutaufnahme. Dies kann zu tiefen, schmerzhaften Wunden führen, die zu Infektionen neigen. Holzbock und Auwaldzecke können auch andere Tierarten als den Hund befallen. An Hunden sind vor allem erwachsene Zecken an Schenkel-, Ellbogenfalte und Unterbauch zu finden. Selten befallen Nymphen u. Larven den Hund. Sie bevorzugen dann Bereiche, an denen die Haut dünner ist, wie Ohrränder, Ohrmuscheln, Augenlider, Schnauze und zwischen den Zehen. Die Zeckenstadien der Braunen Hundezecke sitzen überall in der Wohnung oder dem Gebäude, in dem sich der Hund aufhält. Sie wandern auf den Hund, an dem das Weibchen 1-2 Wochen lang, im Durchschnitt 0,55 ml Blut saugt. Die Nymphe saugt 0,024 ml Blut. Die Braune Hundezecke befällt vor allem Hunde, gelegentlich auch Menschen. An Hunden sind alle ihre Stadien zu finden: erwachsene Zecken, aber auch Nymphen und Larven. Die von ihnen bevorzugten Stellen sind Schenkel-, Ellbogenfalte und Unterbauch. Larven und Nymphen bevorzugen Bereiche, an denen die Haut dünner ist, wie Ohrränder, Ohrmuscheln, Augenlider, Schnauze und zwischen den Zehen. Braune Hundezecken schmarotzen in großer Anzahl, daher sind Belästigung und Blutverlust größer als beim Holzbock. Auch in der Umgebung des Tieres findet man zahlreiche Zecken. Nach einzelnen Zeckenbissen kommt es zu einer lokale Schwellung der Haut, die mit Juckreiz einhergehen kann.
Wie kann ich vorbeugen?
Meiden Sie Wald mit dichtem Unterholz in den entsprechenden Jahreszeiten (April –Juni und September/Oktober), um einem Befall mit dem Holzbock vorzubeugen. Zum Schutz vor der Braunen Hundezecke sollten Sie bei Reisen in warme Länder den Hund bereits im Urlaub vorbeugend behandeln. Suchen Sie Ihren Hund nach Spaziergängen bei der Rückkehr ins Haus gründlich ab. Benutzen Sie Halsbänder, Spot-on- Präparate oder Spray, um einen Befall zu verhindern. Naturprodukte helfen zwar, aber leider nicht zuverlässig. Bei den auf den Hund aufgetragenen Spot-on-Präparaten ist zu beachten, dass es sich um stark chemiehaltige Produkte handelt, deren Wirkungsweise so nach ca. 4 Wochen nachlässt. Die Wirkstoffe der Spot-on Präparate sind angeblich rein topisch, d.h. sie sammeln sich nur in den oberen Hautschichten, durchdringen die Haut aber nicht. Sie besitzen eine akarizide Wirkung, was bedeutet, dass die Parasiten durch den Wirkstoff getötet werden, meist innerhalb weniger Stunden. Mir fehlt hier allerdings der Glaube, dass ein Mittel nur in obere Hautschichten eindringen kann, ohne in den Organismus zu gelangen. Manche der Präparate, wie z.B. Frontline (Wirkstoff Fipronil), Exspot (Wirkstoff Permethrin) und Scalibor, wirken zugleich repellierend. Die Parasiten werden durch den Wirkstoff abgeschreckt (repelliert) und verlassen das Tier ohne sich festzusaugen. So kann auch die Übertragung von Krankheiten wie Borreliose oder FSME verhindert werden. Während Frontline und Exspot nach ca. 4 Wochen die Wirkung verlieren und jedesmal neu aufgetragen werden müssen, gibt das Scalibor Halsband das Wirkmittel kontinuierlich ab, d. h. es wirkt ca. 5-6 Monate. Darum lautet meine Empfehlung: Scalibor-Protector-Halsband.
Warum? Lesen Sie bitte die nachfolgenden Erläuterungen zum Scalibor-Halsband.

Scalibor® Protectorband: Schutz für Hund und Familie
Das Scalibor® Protectorband schützt durch seinen Wirkstoff Deltamethrin Hunde zuverlässig vor Zecken und den Stichen der Sandmücke oder Schmetterlingsmücke (Phlebotomus perniciosus) sowie der Gemeinen Stechmücken (Culex pipiens pipiens) . Es wirkt zuverlässig die ganze Urlaubssaison hindurch, sogar länger. Dank des Scalibor® Protectorbandes ist Ihr Hund bis zu 6 Monaten zuverlässig gegen Zecken, Sand- oder Schmetterlingsmücken und Gemeinen Stechmücken sowie vor den durch diese Parasiten übertragenen Krankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose, Borreliose, FSME, Leishmaniose und Dirofilariose geschützt. Das Scalibor® Protectorband kann auch bei trächtigen und säugenden Hündinnen angewendet werden. Das Scalibor® Protectorband ist ein in Deutschland zugelassenes Präparat zum Schutz vor Stichen der Sand- oder Schmetterlingsmücken, die die gefährliche Leishmaniose des Hundes (Leishmania infantum) nachweislich übertragen können. Das Scalibor® Protectorband gibt den Wirkstoff Deltamethrin gleichmäßig und ausschließlich an die Haut des Hundes ab. Der Wirkstoff Deltamethrin aus dem Halsband verteilt sich in der Lipidschicht der Hundehaut und breitet sich so über den gesamten Körper aus. Bereits zu Beginn der zweiten Woche erreicht Scalibor® eine Wirksamkeit von nahezu 100 Prozent. Das Scalibor® Protectorband ist wasserfest und der gelegentliche Kontakt mit Wasser beeinträchtigt die Wirksamkeit des Halsbandes nicht. Allerdings sollte in den ersten fünf Tagen nach Anlegen des Scalibor® Protectorbandes ein Baden des Hundes verhindert werden, damit sich der Wirkstoff schnell und gleichmäßig in der Haut des Tieres verteilen kann. Die Wirksamkeit des Scalibor® Protectorbandes wird durch den Kontakt mit Wasser nicht beeinträchtigt. Während das Scalibor® Protectorband Parasiten wie Zecken beim Hund, Sand-/Schmetterlingsmücken sowie Gemeine Stechmücken (Culex pipiens pipiens) zuverlässig abwehrt oder tötet, ist Scalibor® für Hund und Mensch geruchsneutral und in der Regel sehr gut verträglich; sogar wenn beispielsweise ein 2,5 kg schwerer Hund ein 48 cm langes Scalibor® Protectorband verzehren sollte, ist das für diesen Hund nicht lebensbedrohlich. Untersuchungen haben gezeigt, dass die tägliche orale Aufnahme von Deltamethrin durch Streicheln des Hundes und sich daran anschließendes Ablecken der Hände und Finger selbst bei 100%iger Aufnahme weit unterhalb der täglich akzeptablen Aufnahmemenge liegen würde.
Wie sicher ist das Scalibor Protectorband für Kinder und den Hundehalter? Das Ausmaß einer möglichen Kontamination der Hände mit Deltamethrin wurde durch Streicheln von Hunden mit angelegtem Scalibor Protectorband untersucht. Der Nachweis von Deltamethrin wurde mit Hilfe einer validierten HPLC-Methode durchgeführt. Diese Untersuchung zeigt, dass die tägliche orale Aufnahme von Deltamethrin durch Streicheln des Hundes und Ablecken der Hände und Finger selbst bei 100%iger Aufnahme weit unterhalb des ADI-Wertes von 10 mg/kg Körpergewicht liegt. Auch bei einer täglichen oralen Aufnahme der errechneten maximal möglichen Aufnahmemenge durch ein Kind ist nach Definition des ADI-Wertes mit keiner relevanten Gefährdung zu rechnen, zumal der als Grenzwert zugrundegelegte ADI-Wert für eine tägliche und lebenslange Aufnahme kalkuliert ist. Die so ermittelte maximal mögliche aufnehmbare Menge an Deltamethrin beträgt bei einem 10 kg schweren Kind lediglich 1/10 des ADI-Wertes*.
*ADI-Wert („acceptable daily intake“ = akzeptable tägliche Aufnahmemenge) • Menge, die der Verbraucher täglich lebenslang über Lebensmittel ohne erkennbaren Schaden für die Gesundheit aufnehmen kann • Wird von den Experten-Gruppen der Weltgesundheitsorganisation WHO und FAO aufgrund toxikologischer Erkenntnisse festgesetzt.
Bezugsquellen: www.medpets.de - www.medicanimal.com - www.petmeds.de / Generelle Infos auch unter www.scalibor.de
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Entfernen Sie einzelne Zecken mit einer Zeckenzange unmittelbar nachdem sie diese entdeckt haben. Dabei sollten Sie die Zecke möglichst nahe der Hautoberfläche erfassen. Bei starkem Zeckenbefall (mit kleineren Entwicklungsstadien) ist es empfehlenswert, den Hund mit einem entsprechenden Mittel zu baden. Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Bei ihm bekommen Sie die notwendigen Präparate und auch die Zeckenzange. Bei Befall mit der Braunen Hundezecke sollten sie zur Unterstützung der Bekämpfung mit einem starken Staubsauger saugen und den Staubbeutel anschließend entsorgen. Zur Entwesung von Wohnungen, Tierheimen, Zwingern und anderen Gebäuden sollten professionelle Schädlingsbekämpfer zu Rate gezogen werden.
Welche Produkte bekommen Sie bei Ihrem Tierarzt?

Flohschutzhalsband für Hunde in verschiedenen Größen
Flohschutzpuder zur Anwendung am Tier
Flohschutzspray zur Anwendung am Tier
Flohschutzspray zur Anwendung in der Umgebung
Raumvernebler zur Anwendung in der Umgebung
Tabletten zum Eingeben
Tropfen zum Auftragen auf die Haut zwischen den Schulterblättern
Welche weiteren Gefahren bestehen?
Übertragung von FSME (Hirnhautentzündung) auf den Menschen durch den Holzbock
Übertragung von Lyme-Borreliose auf Menschen oder Hunde durch den Holzbock.
Geht einher mit Fieber, Mattigkeit, Hautveränderungen, Lähmungserscheinungen, Störungen der Nierenfunktion und Gelenkentzündungen.
"Zeckenstichallergie" ausgelöst durch den Holzbock, die braune Hundezecke oder die Auwaldzecke
Übertragung von Babesiose (Babesia canis) durch die Braune Hundzecke oder die Auwaldzecke, geht einher mit Apathie, Mattigkeit, Fieber, Anämie, Milzvergrößerung, Gelbsucht, z.T. Bewegungsstörungen m. epileptischen Anfällen
Übertragung von Ehrlichiose (Ehrlichia canis) durch die Braune Hundezecke,
Symptome sind ähnlich wie bei Babesiose.
"Zeckenparalyse" (Lähmungserscheinungen) ausgelöst durch Bisse der Braune Hundezecke oder der Auwaldzecke.
Was bedeuten die Fachbegriffe?
Larve = sechsbeiniges, erstes Entwicklungsstadium.
Nymphe = achtbeiniges Entwicklungsstadium
Kutikula = äußere Haut der Larve
Spot-on = Substanz, die man zwischen den Schulterblättern auf die Haut aufträgt.


Diese Informationen wurde zusammengestellt von TÄ H. Friedrich unter wissenschaftlicher Beratung von Prof. Dr. E. Schein, FU Berlin.
Viele weitere Informationen über Tiergesundheit und Tiermedizin finden Sie bei www.Vetion.de
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Designer-Dogs: USA-Trend erreicht Deutschland

Der Trend, Hunde nach dem jeweiligen Geschmack zu mixen, bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg zu uns. Diese sogenannten Designer-Dogs sind als Zwei-Komponenten-Mischungen erhältlich. Es handelt sich somit um gezielt erzeugte Mischlinge. Spitzenreiter bei diesen „Hybrids“ scheint der Puggle zu sein. Er wird gemixt aus dem Mops (engl. Pug) und dem Beagle. Mit seinen großen Ohren und dem leicht faltigen Gesicht hat er in den USA eine richtige Pugglemania ausgelöst. Ergebnis: Es wird gezüchtet ohne Ende und der Versand erfolgt mittlerweile schon weltweit. Weitere Mixe sind Malipoos (Malteser u. Pudel), Shipoo (Shi-Tzu u. Pudel) oder Schnoodle (Schnauzer und Pudel), um nur einige zu nennen. Jeder der Lust und Laune hat, versucht sich seine Traumrasse zu schaffen. Geht es hierbei noch um den besten Freund des Menschen? Keiner kann derzeit sagen oder vorhersehen, welche Rasse sich bei den Kreuzungen durchsetzt. Vielleicht ist man von den Welpen zunächst mal verzückt, aber kann man doch nicht so mit den Tieren umgehen und nach Lust und Laune zusammenmixen, als wären sie ein Getränkecocktail. Meiner Meinung nach gehört so etwas klar verboten! Vielleicht kann man die in den USA erzeugte Kreuzung zwischen einem Labrador und einem Pudel mit dem Ziel, einen allergikerfreundlichen Blindenhund zu züchten, noch halbwegs für Gut befinden (obwohl man hier gleich den Großpudel nehmen könnte, wie es die Schweizer machen). Leider wurden die Kleinhunde durch Modetrends in den letzten Jahren eh schon zu Wegwerf-Kuscheltieren in diversen Promi-Handtaschen. Muss es denn jetzt auch noch die gezielten Mix-Varianten geben? Einfach nur so, weil es lustig ist? Es ist m. E. nicht nur fragwürdig, sondern schon verwerflich! Es werden ohnehin schon Welpen in extrem hoher Zahl in den Markt geworfen. Andererseits sind unsere Tierheime voll von Hunden, die kein Zuhause mehr haben. Hoffnung auf Abschreckung sich die Designer-Dogs zu kaufen ist der derzeitige Kaufpreis von um die 1500 Euro. Als Fazit bleibt zu sagen: Was zu viel ist, ist zu viel. Es gibt über 300 Hunderassen und da dürfte doch wohl für jeden eine dabei sein. Nicht zu vergessen, die viele Mixe, die es ohnehin schon gibt. Diese gezielt als Designer-Dogs zu vermarkten ist absolut unsinnig. Hundezucht sollte ein seriöses Geschäft sein und bleiben und gehört in absolut fachkundige, verantwortungsbewusste Hände.
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Hitzschlag im Frühsommer: Die verkannte Gefahr!

Einen Hitzschlag im Frühsommer bei Temperaturen so rund um die 20 Grad in unserer Region? Kann es den denn wirklich geben? Leider ja, denn es sterben jährlich mehr Hunde an Hitzschlag im späteren Frühling oder frühen Sommer als zu den sogenannten Hundstagen, so der amerikanische Tierarzt John Hoskins. Zum einen kann es mit daran liegen, dass die Hunde die höheren Temperaturen noch nicht gewohnt sind; zum anderen rechnen die Halter noch nicht mit den höheren Graden und unterschätzen die Gefahr für die Hunde im Auto. Bekanntlich sind Hunde hitzeempfindlicher als wir Menschen, da sie sich keine Kühlung durch Schwitzen verschaffen können. So können bereits Temperaturen von 20 Grad zu einem Überhitzungsproblem führen. Wann spricht man von einer Überhitzung? Die kritische Grenze beim Hund liegt so bei ca. 40-41 Grad C Körpertemperatur. Heftige Entzündungsreaktionen entstehen beim Überschreiten dieser Grenzwerte. Geschädigt werden alle Organe, das Blut sowie das zentrale Nervensystem. Die Symptome sind starkes Hecheln und Speicheln, zäher Speichel, eine große rote Zunge, schnelle geräuschvolle Atmung, Taumeln, Schwäche bis hin zu Zusammenbrüchen, Krämpfen, Teilnahmslosigkeit, Bewusstseinsstörungen und Erbrechen. Dieses kann zum Koma führen. Unersetzlich ist der sofortige Weg zum nächsten Tierarzt bzw. zur nächsten Tierklinik. Die ersten eineinhalb Stunden sind entscheidend für einen positiven Ausgang des Hitzschlages. Weitere fatale Folgen eines Hitzschlages können Gerinnungsstörungen mit Blutungen, Nierenversagen, Unterzuckerung sein und führen nicht selten zum Tod. Eine Statistik der Uni Jerusalem sagt aus, dass rund 50% der Hunde, die in 1999-2004 mit einem Hitzschlag in die Notaufnahme eingeliefert wurden, diesen nicht überlebt haben. Die häufigste Ursache für den Hitzschlag ist das Zurücklassen des Hundes im Auto. Selbst bei Außentemperaturen von 20 Grad heizt sich der Fahrzeuginnenraum schnell bis zu 80 Grad auf. Selbst ein spaltbreit geöffnetes Fenster mindert die hohe Temperatur nur unwesentlich. Vergessen wird zudem, dass die Sonne wandert und ein ursprünglicher Schattenplatz wird dann zu einer „solarbetriebenen Grillstätte“. Auch sportliche Überanstrengungen in praller Sonne oder bei starker Schwüle verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit können leicht zu einem Hitzschlag führen. Gerade Schwüle verhindert das Funktionieren der natürlichen Klimaanlage des Hundes. Der Hund nutzt dabei vor allem die feuchte Mund und Nasenschleimhaut um Verdunstungskälte zu erzeugen. Kurznasige Hunde, wie der Boxer, erleiden am ehesten einen Hitzeschlag. Ferner erhöhen Übergewicht, Herz-/Kreislaufprobleme oder dickes Fell das Risiko. Welche Sofortmaßnahmen sollten bei einem Hitzeschlag ergriffen werden? Augenblickliche Ruhe, sofortiges Aufsuchen eines kühleren Platzes und in Form von nassen Tüchern für Kühlung des Körpers sorgen (an den Beinen anfangen). Auch Eisbeutelpackungen können für Abhilfe sorgen. Außerdem sollte man den Hund zum Trinken animieren. Am besten ist jedoch, es gar nicht so weit kommen zu lassen und unseren Hund nicht erst überhitzen zu lassen.
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Die Sinnesorgane der Hunde:

Die Nase: Der Geruchssinn unseres Hundes ist etwa 1000mal empfindlicher als der des Menschen. Das Riechzentrum des Menschen umfasst ca. 3 qcm, das des Hundes dagegen 130 qcm. Darüber hinaus kann der Hund zwei Duftstoff-Spuren zeitgleich selektieren. Unser Hund orientiert sich durch die von ihm eingeatmeten Geruchsstoffe an seine Umwelt. Er findet dadurch seine Nahrung, seine Geschlechtspartner, kann Gefahr wahrnehmen, wie z. B. ein Feuer. Die Nase ermöglicht unserem Hund seine Umwelt geruchsmäßig zu erleben. Sie dient zur Aufnahme der Geruchsstoffe aus der Luft, daneben aber auch zur Erwärmung, Befeuchtung und Reinigung der Atemluft. Der Geruchssinn und damit die Nase ist das wichtigste Sinnesorgan und spielt somit eine wichtige Rolle in seinem Leben. Darum schnüffeln unsere Hunde auch ununterbrochen herum. Und diese tolle Fähigkeit sollten wir unseren Hunden auch nicht vorenthalten sondern gezielt fördern. Nasenarbeit lastet den Hund gut aus und macht ihn rundum zufrieden.
Das Hundeauge: In der Grundstruktur ähnelt das Hundeauge dem des Menschen. Jedoch sieht der Hund anders und hat ein aufgrund seiner seitlichen Augenstellung anderes, nämlich viel breiteres Gesichtsfeld (Panoramablick). Stillstehende Objekte kann der Hund nur schwer deuten, aber wehe, diese bewegen sich: Da ist der Hund hellwach! Der Jagdtrieb lässt grüßen! Das Auge ist durch die Linse in zwei Hauptteile geteilt. Während des Wachstums wachsen auch die Augenlinsen, wobei sie von einem um sie herumliegenden Gewebe genährt werden, der sogenannten Linsenkapsel. Aus drei Schichten bestehend baut sich das Hundeauge von außen nach innen wie folgt auf: Sklera (Lederhaut = geht von der Vorderseite des Auges in die Hornhaut über), Uvea (besteht aus der Aderhaut, der Iris und dem Ziliarkörpern, auf der Aderhaut befindet sich eine lichtreflektierende Schicht) und der Retina (Netzhaut = die lichtempfindliche innere Schicht des Auges). Auf der Retina des Hundeauges gibt es nur etwa fünf Prozent Zäpfchen, alles andere sind Stäbchen, so dass ein Hund vermutlich so gut wie farbenblind ist und nur Schwarz, Weiß und verschiedene Grautönungen unterscheiden kann. Die Augenlider eines Hundes: Unter dem oberen Lid befindet sich die Tränendrüse, die Tränen produziert, um die Hornhaut feucht zu halten und sie vor dem Austrocknen zu bewahren. Ein spezielles Drainage-System zwischen dem oberen und unteren Lid verhindert das permanente Laufen der Tränen. Ein Hund hat am oberen wie am unteren Lid Wimpern. Zeigen diese in die falsche Richtung, kann es zu Augenverletzungen kommen. Hunde haben an jedem Auge ein unter dem unteren Lid ein drittes Augenlid (auch als Nickhaut bezeichnet). Man kann nur ein kleines Stückchen dieser farbigen Membrane im inneren Augenwinkel erkennen. Diese Nickhaut hat die Funktion eines Scheibenwischers, der Fremdkörper entfernt. Plötzlich erkennbare und sichtbar bleibende Nickhaut kann auf Krankheiten oder Schmerzen hindeuten.
Die Ohren: Hundeohren unterscheiden sich äußerlich sehr stark, doch haben alle Hunde einen gleichermaßen guten Gehörsinn und können sehr hohe Frequenzen ausmachen, die der Mensch nicht hören kann. Der Mensch hört max. bis 20.000 Hz und kann 0 db noch so eben wahrnehmen. Der Hund schafft 45.000 bis 60.000 Hz (Hertz = Einheit der Schwingungen pro Sekunde) und hört sogar noch bis in den Minus-dB-Bereich. Die Ohrmuschel besteht aus einem knorpeligen Gewebe, das mit Muskeln und Haut bedeckt ist. Bei den meisten Hunden sind die Ohren sehr beweglich und folgen den Lauten und Geräuschen fast wie ein Radarschirm. Die Ohrmuschel führt in den äußeren Gehörgang, einer kurzen Röhre, die vertikal hinab führt und später horizontal zum Trommelfell verläuft. Das Mittelohr des Hundes besteht aus dem Trommelfell und der Mittelohrhöhle, in der sich die kleinsten Knöchelchen des Körpers befinden, die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel). Diese drei sind miteinander verbunden: Geräusche, die vom Mittelohr aufgenommen werden, lassen das Trommelfell vibrieren. Dieses bewegt die Gehörknöchelchen, die das Geräusch ans Innenohr weiterleiten. Gegen zu starke Vibrationen schützen die Knöchelchen, indem sie sich zusammenziehen. Weiter innen im Innenohr befinden sich eine geräuschempfindliche Spirale (Schnecke) und die Gleichgewichtsorgane, die mit halbkreisförmigen Kanälen, welche die Bewegungen registrieren, verbunden sind. Die Bogengänge und der Schlauch geben die Informationen zur Balance des Kopfes. Dies ist der gleiche Vorgang wie bei Katzen und Menschen.
Der Geschmackssinn des Hundes: Auf der Hundzunge befinden sich sogenannte Papillen, welche die Geschmacksknospen beherbergen. Anhand der Speicheldrüsen zersetzen Hunde die Nahrung in chemische Einzelteile. Diese sitzen im hinteren Maulbereich, unter der Zunge, hinter den Ohren und unter den Augen. Hunde besitzen weitaus weniger Geschmacksknospen als Menschen (Hund nur ca. 1.600 - der Mensch ca. 9.000). Hunde schmecken salzig-bitter-sauer-süß und haben zudem Geschmacksknospen die an fleischhaltige Substanzen gebunden sind und auf Wasser reagierende Knospen. So ist es in der Regel die Supernase und nicht die Hundezunge des Hundes, die z. B. bei einer Futterumstellung dafür sorgt, dass der Hund das neue Futter zunächst einmal verweigert.
Der Tastsinn des Hundes: Durch den Tastsinn erforschen die Hunde ihre Umwelt. Der Körperkontakt (wichtig für die emotionale Bindung) wie auch das Fühlen von Kälte, Wärme und Schmerz gehören dazu. Streicheln Sie Ihren Hund, so spürt er dieses über Rezeptoren, die unter der Haut sitzen und dem Gehirn die Empfindung weiter leiten. Die sich an den Pfoten befindlichen Nerven signalisieren dem Hund auf welchem Untergrund er sich gerade bewegt. Sieht man beispielsweise einem Hund zu, der sich auf einer Eisfläche bewegt, dann melden die Pfoten das dem Gehirn weiter und der Gang wird unsicher, weil der Untergrund glatt ist. Die Haare an der Schnauze des Hundes (Vibrissen) sind ein weiterer wichtiger Tastsinn. Diese Haare sind dick, fest und tief in der Haut verankert. Beobachten Sie Ihren Hund mal intensiv beim Laufen, dann können Sie merken, dass diese Tasthaare nach vorne gerichtet sind. Taucht ein Gegenstand auf (z. B. Bank oder Mülleimer) spüren die nach vorne zeigenden Tasthaare dieses zuerst und das Gehirn bekommt sofort die entsprechende Information und der Hund stoppt daraufhin. Dieses nutzen auch blinde Hunde und es ist die Erklärung dafür, dass diese nicht immer mit einem Hindernis kollidieren. Mit diesen Tasthaaren streifen die Hunde über das jeweilige Hindernis und erforschen somit die Beschaffenheit und Oberfläche des Objektes.
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Zweithund - ja oder nein?

Neuerdings hört man sehr oft, dass unsere Hunde Rudeltiere sind und sich zum Wohlfühlen einen Hundekumpan neben sich haben müssen. Da wir alle darauf bedacht sind, dass es unserem Hund gut geht, muss der zweite Hund nun schnellstens dazu kommen. Sich den zweiten Hund zu besorgen geht recht fix. Zwei oder mehr Hunde zu halten ist aber schon nicht mehr ganz so einfach. Raum, Zeit, Aufwand und auch die Kosten: Alles wird teilweise erheblich mehr! Selbst wenn man zu einem älteren Hund einen jungen dazu nimmt, mit dem Ziel, dass der Ältere den Jüngeren erzieht, kann auch das sprichwörtlich in die Hose gehen. Nicht alle werden zu Traumpaaren! Schnell herbei geführte Kastrationen sind hier keine Lösung, da diese kein Erziehungsersatz sind. Das heißt jetzt aber nicht, dass es für einen Hund schlecht ist, mit Artgenossen zu leben. Es muss aber sehr wohl gut vorbereitet und bedacht werden und nicht in einer Nacht- und Nebelaktion für den Zweithund gesorgt werden. Wichtig ist es erst mal, den Ersthund zu prüfen und unter Kontrolle zu haben. Dieser wird den Zweithund - so oder so - mit erziehen. Haben Sie ein Pärchen, dann verzichten Sie auf die Kastration und lassen das Pärchen intakt bleiben. Geben Sie der Hündin die Pille oder lassen Sie den Rüden sterilisieren. Haben Sie Hündinnen achten Sie auf eine stabile „Mutter-Tochter-Beziehung“. Zwischen Hündinnen kracht es meist nur zu Beginn, während es bei Rüden auch nach längerer Zeit noch zu massiven Streitereien kommen kann. Unter Rüden zählt nicht das Alter, sondern oftmals der Durchsetzungswille. Aber auch hier, wie auch in den anderen Haltungsvarianten, bestätigen die Ausnahmen oftmals die Regel. Bevor Sie sich für einen Zweithund entscheiden, lassen Sie sich von einem Fachmann beraten und ggf. begleiten. Dann ist ein böses Erwachen sehr unwahrscheinlich und Ihr Familienleben bleibt harmonisch.
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Augen auf beim Welpenkauf

Eine Leserbefragung der Zeitschrift Partner Hund brachte es Mitte 2008 mal wieder auf den Punkt: Die Hundemafia agiert immer professioneller. Erbliche Vorbelastungen (HD und/oder ED = Hüftgelenk- oder Ellbogendysplasie) und falsche Papiere sowie nicht eingehaltene oder falsche Versprechen sind an der Tagesordnung. Viele der Tiere hatten größte Angst vor allem und die fehlende Sozialisation war so schlimm, das ein Training mit diesen Hunden in Gruppen schier unmöglich war. Unter den betroffenen angebotenen Rassen sind die sogenannten Modehunde wie Golden Retriever, Labrador, Pudel, West Highland White Terrier, Mops, Yorkshire Terrier, Bobtail oder Jack/Pearson Russel Terrier. Achten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit auf nachfolgende Punkte, die übrigens ein seriös arbeitender Züchter ohne weiteres bewilligen würde: Bestehen Sie auf eine Quittung mit dem vollen Kaufpreis; lassen Sie als Gerichtsstand den Kaufort eintragen (auch wenn der Hund importiert wurde, denn sonst müssen Sie einen eventuellen Prozess im Ausland führen); lassen Sie sich mit der Übergabe die Ahnentafel und den Impfpass aushändigen; wenn der Hund gebracht wird; lassen Sie sich Pass oder Personalausweis des Käufers zeigen. Wehren Sie sich gegen unseriöse Züchter und kaufen Sie niemals einen Hund spontan ohne Rückversicherung und einem ausführlichen persönlichen Gespräch mit dem Züchter. Tun Sie dieses sich selbst und Ihrem künftigen Begleiter zuliebe. Sollten Sie auf einen unseriösen Züchter aufmerksam werden, so unternehmen Sie alles um dieses öffentlich zu machen!
Wie schützen Sie sich gegen den Betrug beim Hundekauf? Hundehändler und kommerzielle Züchter wissen sehr genau, worauf ein Hundekäufer achtet. Sie präsentieren ihre Hunde in vertrauenserweckender Umgebung und schaffen eine Atmosphäre von überzeugender Seriosität und Kompetenz. Es liegt also beim Käufer, dieses Spiel der Verkaufsprofis zu enttarnen. Da werden riesige Zwingeranlagen zu vom Veterinärsamt kontrollierten Zuchtbetrieben. Die Zwinger haben nur Minimalmaße während die Mindestanforderungen der seriösen Zuchtvereine sich an die Bedingungen eines normalen Familienhundes orientieren. Das Aufwachsen des Welpen in der so wichtigen Prägephase zwischen der 3. Und 8. Woche innerhalb einer Familie ist extrem wichtig. Der Welpe sollte verschiedene Aspekte eines normalen Familienlebens kennenlernen dürfen. Unseriöse Züchter produzieren massenhaft Welpen und haben nur das Bestreben, diese auch möglichst schnell zu veräußern. Für Zuwendungen den Hunden gegenüber wird keine Zeit aufgewendet. Treffen Sie bei einem Züchter auf eine Zwingeranlage mit mehreren Hündinnen und sogar verschiedenen Rassen, dann machen Sie auf dem Absatz kehrt. Zucht mit drei Hündinnen gilt noch als Hobbyzucht, ab der vierten Hündin wird es professionell. So sieht es auch das Finanzamt und eine behördliche Genehmigung wird erforderlich. Wenn Sie sichergehen wollen, beim Welpenkauf keinen Fehler machen zu wollen, so bitten oder engagieren Sie einen Fachmann (Hundeberater/-trainer/in) Sie zu begleiten.

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Hautentzündungen beim Hund

Um die Ursachen hier zu erforschen ist teilweise Detektivarbeit erforderlich. Bei dichtbehaarten Hunden können Entzündungsherde logischerweise leicht übersehen werden. Bestimmte Hormonstörungen, wie eine Schilddrüsenunterfunktion, erhöhen die Anfälligkeit für Hautentzündungen, welche übrigens zu den häufigsten Ursachen für Tierarztbesuchen zählen. Bei den Entzündungen handelt es sich zunächst nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um eine Reaktion des Körpers auf einen schädigenden Einfluss. Hautrötung entsteht und der Körper versucht durch erhöhte Durchblutung und einen schnellen Transport von Abwehrzellen an die betroffenen Stellen der Sache Herr zu werden. Es kommt zu Schwellungen und Nässen des befallenden Bereiches. Juckreiz und Schmerzen treten meistens auf. Jetzt kann die geschädigte Haut den Organismus nicht mehr gegen eindringende Krankheitskeime schützen und somit wird die Entzündung selbst zur Krankheitsursache.
Meistens ist aber die Entzündung einfach ein Symptom für eine bereits erfolgte Hautschädigung. Räude, Flohbefall oder Kontaktekzem sind hier zu nennen. Aber auch innere Erkrankungen wie Leishmaniose, Allergie, Schilddrüsenunterfunktion oder Autoimmunerkrankungen können die Ursache sein. Ganz wichtig bei der Behandlung ist, dass nicht nur die sichtbare Entzündung, sondern auch die eigentliche Ursache therapiert wird. Erfolgt dieses nicht, so kommt es unweigerlich zu Rückfällen und man befindet sich in einem nicht enden wollenden Kreislauf. Da zahllose Ursachen (siehe am Artikelende) vorhanden sein können und Pilzbefalle alles verschlimmern kann, sind umfangreiche Untersuchungen wie Hautproben, Allergietests etc. unerlässlich. Parallel dazu muss der allgemeine Gesundheitszustand des Hundes untersucht werden bis hin zu einem großen Blutbild.
Weiter unbedingt notwendig ist eine Futterberatung, weil eine Futtermittelunverträglichkeit vorliegen kann (siehe hierzu auch unter = Wissenswertes = Ernährung des Hundes). Synthetische und chemische „Vitamine“ oder Zusatzstoffe führen auch häufig zu allergischen Hautproblemen, die leider auch von vielen Tierärzten dort nicht vermutet werden. Die Behandlung nach genauer Diagnose kann lokal über Salben etc. erfolgen oder natürlich auch durch entsprechende Medikamente. Unterstützend kann Vitamin B oder ein Präparat mit essentiellen Fettsäuren dem Hund verabreicht werden. Dieses aber bitte nur in Absprache mit den entsprechenden Fachleuten um Fehl- bzw. Überversorgungen unbedingt zu vermeiden. Flöhen und Zecken kann vorgebeugt werden, z. B. durch ein Scalibor-Halsband (siehe hierzu auch unter = Wissenswertes = Alle Jahre wieder: Zecken beim Hund).
Hier nun einige Ursachen für Hautentzündungen: Erbliche Neigung (z. B. Deutscher Schäferhund); Haut- und sonstige Parasiten (Flöhe, Milben Zecken ... Leishmanien); Hautinfektionen (Pilze/Bakterien); Allergien (Futtermittel, Pollen o. ä.); Verletzungen (Abschürfungen, Schnitte, Bisswunden etc.); Verbrennungen oder Erfrierungen; Verätzungen (durch Säuren, Klebstoffe etc.); mangelhafte oder auch übertriebene Fellpflege; falsche Ernährung (u. a. Vitaminmangel oder Mangel an essentiellen Fettsäuren); Autoimmunerkrankungen (z. B. Pemphigus foliaceus oder Lupus erythematodes; Hormonstörungen; Reaktionen auf Arzneimittel (Antibiotika- oder Kortison-Allergie); psychologische Hauterkrankungen (z. B. Leck-Dermatitis).  

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Die Reiseapotheke für den Hund

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Reiseapotheke ähnlich ausgestattet sein sollte wie die normale Hausapotheke. Allerdings nützt die beste Hausapotheke nichts, wenn man nicht weiß, wie man was handhabt oder verabreicht. Darum ist ein Erste.Hilfe-Kurs für Hundehalter empfehlenswert. Aber auch die beste Reiseapotheke kann einen Tierarzt nicht ersetzen. Informieren Sie sich vor der Abfahrt wo sich der nächste Tierarzt, besser noch, sich die nächste Tierklinik in der Nähe des Urlaubsortes befindet. Der Erste-Hilfe-Kasten des eigenen Autos, sofern Sie mit diesem anreisen, beinhaltet in der Regel schon fast alles, was man für die Erstversorgung eines Hundes braucht. Außerdem sollten noch Pfoten-Schuhe in der richtigen Größe, eine Krallenschere oder -zange und spezielle Verbandwatte zum Auspolstern von Pfoten-Verbänden mit einpacken. Einmal am Urlaubsort angekommen, verursachen Mangen- und Darmprobleme häufig Störungen. Nicht vergessen darf man hierbei, dass Erbrechen und Durchfall erst einmal Schutzmaßnahmen des Organismus sind, um sich vor den Krankheitserregern oder fremdartig aufgenommenem Stoff zu erwehren. Dieser Selbstreinigungsmechanismus sollte erst einmal nicht unterdrückt werden, denn dadurch kann ein infektiöses Geschehen oder eine Vergiftung sich verschlimmern. Daher die Medikamente nur im Notfall oder in dem Fall einsetzen, wenn man sich sicher ist, dass es sich bei den Problemen um durch Reise, Autofahrt oder durch die neue Umgebung verursachte Störungen handelt. Etwa 10-12 Stunden vor Reiseantritt sollte der Hund keine größere Mahlzeit erhalten und auch während der Fahrt sollte der Magen nicht zu voll werden. Besser ist es dann öfter mal kleine Mengen zu füttern. Auch angekommen am Urlaubsort sollte der Hund nur sein gewohntes Futter erhalten, denn ungewohnte Kost birgt wiederum das Risiko einer Magenverstimmung. Auf der Fahrt sind alle zwei Stunden Pausen einzulegen, in denen der Hund zu Trinken bekommt. Nehmen Sie eigenes Wasser mit und meiden Sie die vor oder in den Raststätten angeboten Trinkschüsseln für die Hunde. Generell sollte vor Urlaubsantritt der Tierarzt aufgesucht werden um sich über die in der Urlaubsregion vorkommenden Parasiten informieren zu lassen. Manche durch Parasiten verursachte Krankheitsbilder (Leishmaniose oder Dirofilariose =Herzwurmerkrankung) können erst Monate später auftreten. Nach Auslandsaufenthalten wäre einige Wochen nach Urlaubsende eine Blutuntersuchung sinnvoll.
Checkliste Reiseapotheke:
Allgemein: evtl. Wörterbuch/Sprachführer, Anschriften und Tel.-Nr. eines Tierarztes oder Tierklink des Urlaubsortes, bei chronisch kranken Hunden zurückliegende Befunde und Laborwerte.
Zusätzlich zum Erste-Hilfe-Kasten des Autos: Krallenzange zum Kürzen eingerissener oder zu langer Krallen (wer sich hier der Sache nicht sicher ist, sollte sich an den Tierarzt wenden); Pinzette und Zeckenzange, evtl. kleine, leistungsstarke Taschenlampe; Spritzen zum Eingeben von Tropfen oder zum Spülen der Augen oder von Wunden; Fieberthermometer; Einmalhandschuhe; Verbandswatte zum Polstern, passende Pfoten-Schuhe.
Medikamente: Die von Ihrem Tierarzt als notwendig verordneten Medikamente; Wunddesinfektionsmittel; steriles Wasser; Durchfall-Medikamente. Für Zeckenschutz (der in der Regel auch einen Flohschutz beinhaltet) sollten Sie bereits zu Haus gesorgt haben (siehe auch unter Wissenswertes - Alle Jahre wieder: Zecken beim Hund). Als Fazit sei noch einmal festgehalten: Der Gang zum Tierarzt hat immer Vorrang vor Eigenmedikation! Darum ist die Information, wo sich der nächste Tierarzt oder besser noch die nächste Tierklinik befindet, von größter Wichtigkeit.  

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Kastration: Ja oder nein???

Zunächst einmal der Unterschied zwischen Kastration und der Sterelisation: Bei einer Kastration werden die Keimdrüsen operativ entfernt, beim männlichen Tier die Hoden, beim weiblichen Tier die Eierstöcke. Durch diesen Eingriff wird die Produktion von Geschlechtshormonen verhindert und damit das Sexualverhalten komplett unterbunden. Bei der Sterilisation: Im Gegensatz zur Kastration werden bei der Sterilisation die Keimdrüsen belassen und nur die Wege unterbunden, beim männlichen Tier die Samenleiter, beim weiblichen die Eileiter. Die Produktion von Geschlechtshormonen und damit das Sexualverhalten bleibt in vollem Umfang erhalten. Generell gilt, dass keine Kastration ohne triftigen, konkreten Grund durchgeführt werden sollte.
Der Gesetzgeber sagt zu diesem Thema folgendes: Nach § 6 Tierschutzgesetz fällt die Kastration von Hunden (männlichen und weiblichen) ebenso wie das Kupieren von Ohren und Ruten sowie das Entfernen der Wolfskrallen unter das Amputationsverbot und darf nur beim Vorliegen von medizinischen Gründen vorgenommen werden. Der Wunsch des Tierbesitzers ist dafür nicht ausreichend und eine nur aus Bequemlichkeit vorgenommene Kastration damit illegal! Soviel zur Begriffserklärung und Gesetzgebung.
Wann ist denn nun die Kastration gerechtfertigt? Beim Rüden bei extrem übersteigertem Sexualverhalten. Auch die Rüden, die aus dem Markieren nicht mehr herauskommen und quasi auf drei Beinen durch Leben gehen, stehen dauerhaft unter permanenten Stress. Für diese Hunde ist es eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität, wenn sie kastriert werden. Sexualhormonbedingte Aggressivität (bei allen anders bedingten Formen von Aggressivität kann eine Kastration keinen Erfolg bringen!), Prostataerkrankungen und Hodentumoren sind selbstverständlich Gründe. Der bei jedem intakten Rüden mehr oder weniger stark auftretende weiße, schleimige Ausfluss aus der Vorhaut (Präputialkatarrh), ist ein völlig normales Phänomen und somit rechtfertigt unser Hygienedenken eine Kastration in diesem Falle m. E. nicht. Bei der Hündin: Verhinderung von Läufigkeit und Trächtigkeit, hochgradige Scheinträchtigkeiten, Zyklusstörungen mit Hautveränderungen bei zyklusabhängigen Gesäugetumoren.
Ab welchem Alter kann ein Hund kastriert werden? Auf diese Frage gibt es eine Vielzahl von Meinungen und Antworten. Geschlechtshormone werden im Wachstum und bei der Ausreifung von Körper und Psyche benötigt. Daher erscheint es sinnvoll, diese Hormone zu belassen, bis die Tiere ausgereift, d. h. erwachsen sind. Die soziale Reife erreichen unsere Hund je nach Größe: Die Kleinen mit etwa 1 Jahr, die Großen mit etwa 2 Jahren. Der Besitzer merkt dies daran, dass die Hunde beginnen, ihre Stellung neu auszuloten oder dass sie anfangen, ihre Aufgaben als Wachhund zu erfüllen. Die körperliche Ausreifung ist noch später abgeschlossen: Bei Hunden kleiner Rassen geht man von einem Alter von etwa 2 Jahren aus, bei großen von 3 Jahren und mehr. Den zu früh kastrierten Hunden ist oftmals anzusehen, dass sie ihre Persönlichkeit nicht entwickeln konnten und dieses durch ein erhöhtes Aggressionsverhalten gegenüber anderen Hunden beiderlei Geschlechts zeigen oder fallen durch verminderte Ausgeglichenheit auf. Mit Vorsicht zu genießen ist die Aussage, dass eine Kastration einer Hündin vor der 1. Läufigkeit die Häufigkeit des Auftretens von Gesäugetumoren im Alter senkt. Wenn man aber weiß, dass das tatsächliche Risiko einer solchen Tumorentwicklung bei Hündinnen sehr gering ist (man liest so von ca. 2%) und diese Tumore überwiegend im fortgeschrittenen Lebensalter auftreten, dann relativiert sich diese Aussage schnell. Außerdem ist nach neuesten Forschungsergebnissen das Körpergewicht der Tiere im ersten Lebensjahr von weit größerer Bedeutung: Bei Übergewicht in diesem Lebensabschnitt steigt die Wahrscheinlichkeit, an Gesäugetumoren zu erkranken, erheblich. Die ebenfalls oft zitierten Argumente, dass eine kastrierte Hündin keine Rüden mehr anlockt und nicht mehr blutet oder ein kastrierter Rüde nicht mehr wegläuft und die ganze Nachbarschaft zusammenheult, sollte hinter den gesundheitlichen Aspekten zurückstehen und ist eigentlich nur von Bedeutung, wenn mehrere Hunde unterschiedlichen Geschlechts in einem Haushalt leben oder wenn die Umstände tatsächlich unhaltbar werden.
Welche Nebenwirkungen oder Spätfolgen können auftreten? Da es sich bei Kastration oder Sterilisation um eine Operation unter Vollnarkose handelt, muss man in jedem Fall mit eventuellen Narkosezwischenfällen rechnen. Durch moderne Narkosen und gute Überwachung während des Eingriffs kann man diese Gefahr zwar mindern, aber niemals ganz ausschließen. Wie bei jeder anderen Operation ist auch bei einer Kastration die Möglichkeit von Nachblutungen gegeben, diese kommen aber nur sehr selten vor.
Als Spätfolgen können auftreten: Beim Rüden: Gewichtszunahme durch ruhigeres Verhalten. Dieses ist in den Griff zu bekommen durch eine geringere Fütterung und mehr Bewegung. Trägheit: Hier hilft nur Animieren zu mehr Bewegung und Spiel oder Sport. Wenn kein Erfolg zu verzeichnen ist, sollte die Funktion der Schilddrüse überprüft werden. Bei der Hündin: Gewichtszunahme und Trägheit: siehe Erläuterungen beim Rüden, gesteigerte Aggressivität und Ängstlichkeit. Es kann sehr selten vorkommen, etwa bei einer von 1000 Hündinnen, dass nach der Kastration eine erhöhte Agressivität auffällt. Dies kommt vor bei Hündinnen, die schon vor der Kastration zu agressivem Verhalten neigen. Bei diesen Tieren sollte man vorher überlegen, ob eine Kastration anzuraten ist. Bei frühkastrierten Hündinnen muss man außerdem mit einer Steigerung des Angstverhaltens rechnen. Diese kann sich in gesteigerter Trennungsangst oder verstärktem Fluchtverhalten äußern. Harninkontinenz: Durch den Östrogenmangel kommt es bei etwa einem Drittel der Hündinnen in späteren Lebensjahren zu einer Inkontinenz. Es scheint so, dass die Inkontinenz nach Kastration vor der Pubertät seltener auftritt als nach Kastration nach der Pubertät. Allerdings tritt sie nach Frühkastration sehr viel heftiger auf als nach später erfolgtem Eingriff und ist auch schwerer zu behandeln. Die Behandlung erfolgt in der Regel medikamentös. Nicht destro trotz sollte eine Kastration erst bei einem ausgereiften Hund erfolgen.

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